Finnen überall im Land brechen in kollektive Freudentänze aus, als sie hören, dass sie wieder mal die glücklichsten Menschen der Erde sind. "Das ist doch klar", sagt Jukka aus Helsinki und wischt sich die Freudentränen aus dem Gesicht. "Wir haben Saunen, Elche und ein Wort für den Zustand, wenn man betrunken im Schnee liegt: 'Kalsarikännit'. Was will man mehr?"
In Helsinki wurde spontan eine Parade organisiert, bei der Finnen ihre größten Glücksmomente nachspielten: Saunabesuche, Eisbaden und das unfreiwillige Lächeln, wenn Touristen nach dem Weg fragen. "Österreich hat es nicht mal unter die Top 10 geschafft", höhnt Leena aus Tampere. "Die müssen ja noch lernen, was Glück wirklich bedeutet."
In Österreich ist die Stimmung hingegen getrübt. Die Regierung erwägt, das Glück gesetzlich zu verankern. "Wenn wir es nicht von Natur aus haben, dann verordnen wir es eben", sagte ein Sprecher des Bundeskanzleramts. "Ab sofort gibt es die 'Glücks-Steuer'. Wer nachweislich glücklich ist, muss fünf Euro zahlen."
Wirtschaftsminister Kocher reagierte erbost: "Die Finnen sind nur deshalb so glücklich, weil sie keine Ahnung von gutem Kaffee haben. Bei uns gibt es zumindest einen anständigen Melange." Innenministerin Raab konterte: "Die Finnen sind glücklich, weil sie niemanden zum Nachbarn haben. Bei uns läuft ständig jemand über die Grenze."
Der finnische Außenminister forderte Österreich auf, es den Finnen gleichzutun: "Macht es wie wir: Baut Saunen, erfindet komplizierte Wörter und lasst die Leute in Seen springen. Dann klappt es auch mit dem Glück." Ein österreichischer Politiker entgegnete: "Bei uns springen die Leute nur in den See, wenn sie betrunken sind. Aber das ist ja auch eine Art von Glück."
In einem beispiellosen Akt der Solidarität bot Österreich den Finnen an, ihnen bei der Organisation des Glücks zu helfen. "Wir schicken Experten", sagte ein Regierungsmitarbeiter. "Die zeigen euch, wie man sich richtig über etwas freut. Das dauert zwar etwas länger als ein Saunagang, aber es funktioniert."
Die Finnen nahmen das Angebot dankend an. "Wir freuen uns schon auf die österreichische Glücksschule", sagte Jukka. "Vielleicht lernen wir ja, wie man sich so freut wie bei einem 'Kaiserschmarrn'-Essen. Das wäre ein Fortschritt."
Unterdessen arbeitet die österreichische Regierung an einem neuen Glückskonzept: "Wir nennen es 'Glück light'", sagte ein Sprecher. "Das ist wie beim Bier, nur ohne Alkohol. Man spürt das Glück, aber es macht nicht so glücklich."