In der beschaulichen Gemeinde Lassee im niederösterreichischen Marchfeld hat ein Kieswerk eine gefährliche Zeitbombe entdeckt - allerdings nicht die finanzielle Art, sondern eine echte, rostige Weltkriegsbombe. Doch anstatt die zuständigen Behörden zu verständigen und auf eine fachgerechte Entschärfung zu warten, hat die Firma Riedmüller offenbar eine riskante Sparmaßnahme ergriffen: Die Bombe wurde kurzerhand wieder zugeschüttet.
Ein anonymer Hinweisgeber hat die Polizei nun auf diese kuriose Aktion aufmerksam gemacht. Demnach wollte der Kieswerksbetreiber offenbar die mit einer Bombenentschärfung verbundenen Kosten und die Sperrung des Geländes umgehen. Eine wahre Granate im Kostenbudget, könnte man meinen.
Doch diese Art der Haushaltskonsolidierung ist mehr als nur bedenklich. Experten warnen eindringlich davor, Kampfmittel eigenmächtig zu verbuddeln. Die Bombe könnte bei Bauarbeiten oder durch Witterungseinflüsse wieder zum Vorschein kommen und eine ernste Gefahr darstellen. Ein unkontrollierter Sprengsatz im eigenen Kieswerk ist sicherlich keine gute Grundlage für einen ruhigen Schlaf.
Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Gefährdung eingeleitet. Sollte sich der Vorwurf bestätigen, könnte die Firma Riedmüller mit empfindlichen Strafen rechnen. Eine saftige Geldstrafe wäre da wohl noch das kleinste Übel.
In der Zwischenzeit warten die Behörden auf eine freiwillige Kontaktaufnahme des Kieswerks. Man wolle in einem "konstruktiven Gespräch" eine Lösung finden, heißt es aus dem Innenministerium. Doch die Zeichen stehen eher auf Sturm. Die Bombe tickt - zumindest im übertragenen Sinn. Und bis zur endgültigen Entschärfung bleibt die Lage in Lassee weiterhin explosiv.