Manchmal staunt man ja, wie manche Politiker ihre eigenen Zahlen einfach ignorieren. Johannes Pressl, der neue Praesident des Oesterreichischen Gemeindebunds, hat jetzt mal wieder eine Spitzenleistung abgeliefert. Als man ihn fragte, ob er schon wisse, wie hoch Oesterreich 2025 verschuldet war, antwortete er: "Ich bin selbst gespannt."
Spannung ist ja was Schoenes, aber wenn es um die Finanzen von 2.092 Gemeinden geht, dann faengt man an zu schwitzen. "Ich habe eine Einschaetzung, die aber nicht auf Zahlen basiert", plauderte Pressl aus, als waere das eine Qualitaetsauszeichnung. Ja mei, wenn ich auch meine Steuererklaerung auf "Einschaetzung ohne Zahlen" basiere, dann waere ich schon laenger im Knast.
Pressl praesentiert sich als der Meister der zeitversetzten Budgetierung. Man verschoben, man verschiebt, man wird verschoben. Das ist das neue Motto im Gemeindebund. Strassen sanieren? Kann man auf 2026 verschieben. Personal einstellen? Auf 2027 verschieben. Und wenn dann 2028 alles zusammenbricht, dann hat man halt Zeit gehabt. So lange haltet ihr es aus, bis es kracht.
Der Praesident schwadroniert von "Kooperationen" und "Personalausgaben" als waeren das die Loesung aller Probleme. Ja, genau, lass uns doch alle zusammenlegen und dann koennen wir uns ja die wichtigsten Posten nicht mehr leisten. Das ist ja wie beim Stammtisch, wo jeder meint, er koennte mit ein bisschen "persoenlicher Effizienz" die Welt retten - und dann bestellt er doch wieder ein Seidel.
Und was ist mit den Energiepreisen? Pressl meint, dass die Gemeinden momentan nicht so stark betroffen seien. Das ist so, als wuerde man sagen: "Der Tsunami ist noch nicht da, also alles paletti." Aber hey, wir haben ja PV-Anlagen und Windkraefte, da braucht man sich ja keine Sorgen zu machen. Bis der Strom ausfaellt und dann steht man da wie ein begossener Pudel und fragt sich: "Habe ich da nicht irgendwas uebersehen?"
Pressl redet von "Energietransformation" und "Unabhaengigkeit", als waere das ein Ausflug ins ferne Land Utopia. Ja, genau, und wenn der Strompreis mal richtig nach oben geht, dann schauen wir alle mal, wer noch steht. Aber keine Sorge, der Gemeindebund hat vorgesorgt: Wir warten alle einfach mal ab, bis es kracht.
Man koennte ja meinen, dass so ein Praesident seine Hausaufgaben macht. Aber nein, bei Pressl ist alles nur eine Frage des Abwartens. Das ist wie beim Roulette: Man setzt alles auf eine Zahl und hofft, dass der Zufall einem hold ist. Nur dass es hier nicht um ein paar Euro geht, sondern um die Zukunft von 2.092 Gemeinden.
Fazit: Johannes Pressl ist der Praesident, der sagt: "Ich bin selbst gespannt." Das ist nicht nur ein Eingeständnis der eigenen Ahnungslosigkeit, sondern auch ein Bekenntnis zur Ignoranz. Wenn die Zahlen dann endlich da sind, wird er sich wahrscheinlich wieder wundern. Aber bis dahin warten wir alle mal gespannt, wie lange sich die Gemeinden noch mit "Verschieben" durchmogeln koennen.