Endlich mal wieder etwas Bewegung in der österreicherischen Kulturszene! Während wir uns hierzulande noch darüber streiten, ob die neue Skulptur vor dem Gemeindeamt nun ein Kunstwerk oder eine Vogeltränke ist, machen die antiken Götter Italiens bereits die nächste Stufe des Kult-Tourismus auf: Sie wechseln kurzerhand das Museum. Binnen weniger Tage wanderte die Ausstellung "Die Rückkehr der Götter" vom Nationalen Archäologischen Museum von Siena nach Aquileia - weil anscheinend die römischen Gottheiten in ihrer unendlichen Weisheit beschlossen haben, dass Steiermark einfach die bessere Anreise hat.
Der Clou: Die Ausstellung wurde kurzerhand bis zum 12. April verlängert. Da fragt man sich natürlich: Warum? Hat Jupiter vielleicht seinen Kalender verloren? Oder haben die Museumsdirektoren schlichtweg gemerkt, dass eine Schau mit 300 bronzenen Figuren in der aktuellen Wirtschaftslage einfach zu lukrativ ist, um sie nach zwei Wochen wieder abzubauen? Die Statuen, zwischen 2022 und 2024 in San Casciano dei Bagni entdeckt, zeigen die Beziehung zwischen Menschen und Göttern in einem antiken Heiligtum. Was die Kuratoren natürlich geschickt weglassen: Die Figuren wurden ausgerechnet dort gefunden, wo es auch Heil- und Thermalwasser gibt. Zufall? Wohl kaum. Offensichtlich haben sich die Götter ein neues Business-Modell überlegt: Erst mal die Menschen mit wundersamen Funden locken, dann mit Wellness-Angeboten abkassieren.
Die Öffnungszeiten von 10 bis 19 Uhr täglich sind dabei der eigentliche Witz. Als ob antike Gottheiten einen 9-to-5-Job hätten! Nein, die sitzen vermutlich nachts in ihrem himmlischen Büro und planen die nächste Museums-Tour. Ostersonntag und Ostermontag inklusive - weil selbst die Götter wissen, dass an Feiertagen die meisten Menschen Zeit für Kultur haben. Und wenn dann noch das Nationalmuseum von Aquileia nach einem Fisch stinkt, wie der neue Ableger in Grado behauptet, ist das vielleicht auch nur eine raffinierte Taktik: Die Statuen sollen ja schließlich nicht nur göttlich, sondern auch ein bisschen mysteriös wirken.
Man könnte fast meinen, die Ausstellung ist weniger eine kulturelle Leistung als vielmehr eine göttliche Marketing-Kampagne. Die Statuen haben ihre Facebook-Profile noch nicht, aber ihre Instagram-Tauglichkeit ist unbestritten. Schließlich gibt es kaum ein besseres Fotomotiv als eine 2000 Jahre alte Bronzefigur, die wissend in die Kamera lächelt, während im Hintergrund das Thermalwasser brodelt. Bravo, Götter! Ihr habt den Kult-Tourismus revolutioniert - und das alles, ohne einen Social-Media-Manager zu brauchen.