Ein brauner Anzug stand da und tat so, als wäre er ein Vater, der seine Tochter im Brautkleid zum ersten Mal sieht. Die Tür war ein Hotelzimmer in Salzburg. Die Braut war natürlich ein Goldfisch im Glas. Die Goldmedaille für dieses Bild ging an die Fotografin Selina Schöberl, die den Trick perfekt beherrscht.
Mit geschlossenen Augen führte sie den Mann im braunen Anzug ins Zimmer. Der Anzug stand da und tat so, als wäre er emotional berührt. Er weinte ein paar Tränchen, die er vorher in eine kleine Flasche gefüllt hatte. Dann öffnete er die Augen und sah den Goldfisch im Glas. Der Goldfisch trug ein winziges Brautkleid aus Seidenpapier. Er schwamm im Kreis und tat so, als wäre er eine Braut.
Die Fotografin drückte ab. Sie machte ein Foto von dem Goldfisch im Glas. Sie nannte es "Emotionaler Moment". Sie schickte es zu einem Wettbewerb für Hochzeitsfotografie. Sie gewann Gold. Die Jury war begeistert. Sie sagte, das Foto sei voller Emotionen und Symbolik. Sie sagte, es zeige die Reinheit und Unschuld der Liebe. Sie sagte, es sei ein Meisterwerk.
Die Fotografin nahm die Goldmedaille entgegen. Sie bedankte sich bei allen. Sie bedankte sich beim Goldfisch im Glas. Sie bedankte sich beim Mann im braunen Anzug. Sie bedankte sich bei der Tür. Sie bedankte sich bei sich selbst. Sie sagte, sie sei stolz auf ihre Arbeit. Sie sagte, sie sei die beste Hochzeitsfotografin der Welt. Sie sagte, sie sei die Königin der Täuschung.
Der Goldfisch im Glas schwamm weiter im Kreis. Er trug sein Brautkleid aus Seidenpapier. Er wusste nicht, dass er berühmt war. Er wusste nicht, dass er Gold gewonnen hatte. Er wusste nicht, dass er ein Fake war. Er wusste nur, dass er hungrig war. Er wartete auf sein Futter. Er wartete auf seine Belohnung. Er wartete auf seinen Auftritt im Fernsehen. Er wartete auf seinen Platz in der Geschichte. Er wartete auf den nächsten Trick.