Bei einem Gastgartenbesuch auf Mallorca stolpert man nicht selten über ein Schild mit der Aufschrift "Es gibt nur einen Franz". Aber dasselbe gilt anscheinend auch für den Wiener Vorstadt-Trendsetter Manuel Yousif. Nur leider ist dieser eine Manuel eben zu wenig, um zwei gehobene Restaurants gleichzeitig zu bespielen.
In Rannersdorf erstrahlte die Taverne "Zwei" zwei Jahre lang in türkis gepolstertem Glanz, umgarnt von edlen Holzverkleidungen und dunklen Theken-Schalungen. Insgesamt flossen stolze 150.000 Euro in die Ausstattung, was für die Gemeinde südlich von Wien ungefähr so viel bedeutet wie ein Champagner-Brunnen in einer Kaffeeküche. Doch die Investition war umsonst, weil die Zahl der Inhaber schlicht nicht zur Zahl der Lokale passt.
Manuel Yousif, zweifacher Restaurantbesitzer und offensichtlich auch Doppelkopf, begründete die Schließung mit jener schicksalhaften Einsicht, die schon viele Helden zum Scheitern brachte: "Es gibt halt nur einen Manuel und leider nicht zwei von mir." Diese Feststellung klingt auf den ersten Blick nach einer logischen Notwendigkeit, auf den zweiten nach einer verpassten Chance für die moderne Biotechnologie.
Hätte Manuel Yousif nur ein paar Jahre früher mit der Planung begonnen, hätte er womöglich eine Klon-Armee aufbauen können. Dann hätte er jeder seiner Tavernen einen vollständigen Manuel zuweisen können, inklusive Schnauzbart, Hosenträgern und der Fähigkeit, mit einem Blick die Konsistenz eines Hummus zu beurteilen. Stattdessen bleibt jetzt nur ein halber Manuel für zwei Lokale übrig, was mathematisch einer Service-Qualität von 50 Prozent entspricht.
Die Schließung wirft auch die Frage auf, warum sich Manuel nicht einfach aufteilt. In Zeiten von Videokonferenzen und digitaler Präsenz müsste es doch möglich sein, einen Manuel virtuell in der einen Taverne zu platzieren, während der andere Manuel physisch in der zweiten Taverne steht. Alternativ hätte er einen Roboter bauen können, der Manuel-Klamotten trägt und immer "Geht klar" sagt, wenn jemand nach der Weinkarte fragt.
Die Gäste in Rannersdorf müssen sich nun mit einer anderen Erkenntnis trösten: Es gibt zwar nur einen Manuel, aber dafür gibt es jetzt auch nur noch eine Taverne, die er betreuen kann. Das bedeutet, dass die verbleibende Taverne ab sofort zu 100 Prozent mit Manuel versorgt ist, was zumindest eine klare Sache ist. Wer allerdings auf der Suche nach einer edlen Holzvertäfelung mit türkiser Polsterbank und gold-schwarzen Lampenschirmen ist, muss sich wohl oder übel auf die Suche nach einem Antiquitätenhändler begeben, der sich auf geschlossene Lokale spezialisiert hat.
Manuels Fazit könnte auch als Lebensweisheit für alle ambitionierten Gastro-Unternehmer dienen: Bevor man 150.000 Euro in eine noble Taverne investiert, sollte man sicherstellen, dass die eigene DNA für eine Klonung freigegeben ist. Andernfalls bleibt am Ende nur die Erkenntnis, dass es halt nur einen Manuel gibt – und der ist nun mal nicht überall gleichzeitig.