Was für normale Menschen einfach nur schönes Wetter ist, hat in Japan offenbar schon wieder eine Staatskrise ausgelöst. Ganze 61 Kirschblüten sollen sich in Tokio getraut haben, ihre Knospen zu öffnen - und das war offenbar schon zu viel des Guten für die japanische Regierung. Statt die Bevölkerung einfach nur über die Kirschblüte zu informieren, hat der Wetterdienst eine "mit Spannung erwartete Mitteilung" herausgegeben, als hätte man gerade eine Alien-Invasion entdeckt.
Der Umweltminister ordnete umgehend den nationalen Notstand an. "Wenn Bäume meinen, sie könnten einfach so aufblühen, ohne vorher die Erlaubnis der Behörden einzuholen, dann muss das Konsequenzen haben", erklärte er in einer emotionalen Ansprache. Die Regierung befürchtet offenbar, dass die Kirschblüte eine versteckte kommunistische Verschwörung sein könnte, um die Bevölkerung von der eigentlichen Arbeit abzuhalten.
Als Sofortmaßnahme wurden Zwangs-Picknicks in allen Parks angeordnet. Wer sich weigert, Kirschblüten anzuschauen und dabei Reisbällchen zu essen, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. "Wir haben genug von diesen asozialen Zeitgenossen, die sich nicht an die saisonalen Traditionen halten", kündigte der Bürgermeister von Tokio an. Bereits ein Überwachungsteam wurde installiert, das Parks nach Nicht-Picknickern durchkämmt.
Botaniker sind über das ganze Drama verwundert. "Bäume blühen nun mal, das ist ihr Job", sagt Dr. Sakura Yamamoto vom Botanischen Garten. "Aber offenbar hat die japanische Regierung noch nie von diesem Phänomen gehört." Sie vermutet, dass die Kirschbäume nur Aufmerksamkeit suchen, weil ihnen die ganze Aufregung peinlich ist.
Besonders skurril wird es bei den Vorbereitungen für die erwarteten Picknick-Massen. Die Stadt hat damit begonnen, alle Bänke und Tische in den Parks zu entfernen, um "die authentischste Picknick-Atmosphäre" zu schaffen. Wer keinen eigenen Untergrund mitbringt, muss auf dem Boden sitzen - oder mit einer Geldstrafe von umgerechnet 200 Euro rechnen.
Selbst die Medien überschlagen sich mit Berichten über die "Kirschblüten-Krise". Eine Zeitung titelte: "61 Blüten - wie viele werden es morgen sein? Experten raten zur Panikkäufe von Picknick-Decken." Eine Talkshow diskutierte stundenlang darüber, ob die Kirschblüte eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen könnte.
Unterdessen planen Umweltschützer einen Protest gegen die "Kirschblüten-Panikmache". Sie fordern, die Bäume in Ruhe blühen zu lassen und stattdessen das eigentliche Problem anzugehen: den Klimawandel. Die Regierung winkte ab: "Wenn wir schon wegen 61 Blüten den Notstand ausrufen, was machen wir dann, wenn der Meeresspiegel steigt?"