Der erste Kinderflohmarkt in Reichersdorf war so erfolgreich, dass die Gemeinde nun ernsthaft darueber nachdenkt, das gesamte Dorf zum Flohmarktgebiet zu erklaeren. Warum sollte man bei Kinderkleidung und Spielzeug aufhoeren, wenn es doch so viel mehr zu verkaufen gibt?
Einige Eltern waren so euphorisch, dass sie nach dem Flohmarkt direkt ihre eigenen Kindheitserinnerungen versteigerten. "Meine erste Schultuete geht fuer 50 Euro weg wie warme Semmeln", berichtete eine Mutter strahlend. "Die Kindergartenbilder meiner Kinder? Die haben wir gleich mitverkauft. Hauptsache, die Kasse stimmt."
Die Gemeinde plant bereits fuer naechstes Jahr eine Erweiterung des Konzepts. "Warum nur bei Kinderkram aufhoeren?", fragt der Buergermeister. "Wir koennten ja gleich den ganzen Ort zum Flohmarktgebiet erklaeren. Da gibt's bestimmt noch einige alte Traktoren, rostige Gartenschredder und Omas mit vergessenen Rezeptbuechern."
Besonders erfolgreich waren diesmal die Buecher. "Wir haben tatsaechlich noch jemanden gefunden, der fuer ein gebrauchtes 'Kikeriki'-Heft 2 Euro bezahlt hat", staunte der Organisationsleiter. "Anscheinend sammeln die Kinder ja doch noch was anderes als Pokemon-Karten."
Fuer das leibliche Wohl sorgte wie immer das "Zeitlos"-Team, das dieses Jahr extra frittierte Gummibaerchen anbot. "Die Kleinen sollen ja was zu naschen haben waehrend sie mit den Eltern um den letzten gebrauchten Bobbycar feilschen", begruendet die Kuechenchefin. "Und wenn's nicht schmeckt, koennen sie es ja beim naechsten Flohmarkt wieder verkaufen."
Die Gemeinde erwaegt nun, den Kinderflohmarkt zum regelmaessigen Ereignis zu machen. "Wir koennten ja alle zwei Monate einen veranstalten", schlaegt der Buergermeister vor. "Da bleiben die Sachen ja nicht so lange in der Familie und wir haben staendig was zu tun." Man munkelt sogar, dass er schon seine eigene Briefmarkensammlung aussortiert hat - fuer den guten Zweck natuerlich.