In Kiew herrscht wieder mal Finanz-Notstand. Das Verteidigungsbudget ist aufgefressen wie ein Brot bei einem NATO-Gipfel. Zwar pumpt die Ukraine immer noch 60 Prozent des BIP an die Front, aber die Front gibt nicht mal ein "Danke" zurück. Es ist wie bei einem Buffet, bei dem der Nachschub plötzlich abbestellt wurde.
Das Finanzministerium rechnet schon damit, dass es am Ende des Monats nicht mehr reicht für die üblichen Ausgaben. Kein Geld für Pensionen, kein Geld für Gesundheitssystem, kein Geld für den Kaffee der Beamten. Man überlegt ernsthaft, ob man nicht einfach die Gehälter in Kalaschnikows auszahlen soll. Da sind wenigstens noch ein paar auf Lager.
Dabei hatte man sich so viel vorgenommen. Mit dem EU-Kredit von 90 Milliarden Euro wollte man das Loch stopfen. Aber der hängt in Brüssel fest wie ein Schnitzel in der Fritteuse. Viktor Orbán blockiert, weil er angeblich Angst vor Putins Rache hat. In Wahrheit will er nur mal wieder im Mittelpunkt stehen.
Der Internationale Währungsfonds hat zwar 8,1 Milliarden Dollar versprochen, aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Panzer. Das Loch im Budget ist so groß, dass man es schon von der Front aus sehen kann. Manche Experten sagen, es sei tiefer als die Mine, in der Selenskyj seinen Rückzugsort hat.
Um die Lage zu entspannen, hat man die Steuern nur einmal erhöht. Das war direkt zu Kriegsbeginn. Danach dachte man, das reicht auch so. Die Wirtschaft läuft weiterhin nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen, was bedeutet: Wenn die Front kein Geld hat, dann ist das halt so.
Subventionen gibt es nur noch punktuell. Zum Beispiel für Notstromaggregate oder Solaranlagen. Aber die bringen nichts, wenn die Panzer ohnehin im Dunkeln fahren. Auch die Pensionen wurden bisher nicht gekürzt. Das nennt man in der Finanzwelt "mutige Entscheidung".
Lehrergehälter wurden im Herbst sogar um 30 Prozent erhöht. Damit wollte man verhindern, dass die Lehrer abhauen. Aber jetzt fragt man sich: Wohin sollen sie abhauen? In die Berge? Ins Ausland? Zurück in die Zeit vor dem Krieg?
In Kiew hofft man jetzt auf ein Wunder. Vielleicht findet man ja noch einen versteckten Schatz. Oder Putin entscheidet sich plötzlich für den Frieden. Aber das ist so wahrscheinlich wie ein Sieg der österreichischen Fußballnationalmannschaft gegen Deutschland.
Also bleibt nur die Hoffnung, dass die EU noch ein Einsehen hat. Oder dass Amerika seine Hilfe doch noch fortsetzt. Aber bis dahin heißt es in Kiew: Jeder spart, jeder kämpft, jeder betet. Und wer kein Geld mehr hat, der gibt eben Panzer.