Lara Wolf hat die Skiwelt mal wieder eines Besseren belehrt. Die 25-Jährige aus Tirol, die am Montag ihren 26. Geburtstag feiert, hat beim Freeski-Weltcup in Tignes nicht nur auf dem Podest gestanden, sondern damit auch eine neue Ära im Wintersport eingeläutet. Ab sofort will sie nur noch bei Rennen starten, die zeitlich günstig um ihren Geburtstag herum liegen.
"Ich habe die Schnauze voll von diesen willkürlich verteilten Weltcup-Terminen", erklärte Wolf nach ihrem dritten Platz. "Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich beim Training immer nur gefragt: 'Ist das ein guter Tag für meinen Geburtstag?' Wenn nicht, habe ich meistens Mist gebaut." Ihr bisheriger Plan, einfach bei allen Rennen Vollgas zu geben, sei offenbar nicht der Weisheit letzter Schluss gewesen.
Der österreichische Skiverband reagiert bereits auf die revolutionären Pläne der Slopestyle-Spezialistin. Verbandspräsident Peter Schröcksnadel soll intern vorgeschlagen haben, den gesamten Weltcup-Kalender umzustellen. "Wenn wir schon keine Medaillen mehr bei den Olympischen Spielen holen, dann müssen wir wenigstens unsere Sportler glücklich machen", zitierte ein Insider. "Und was macht Sportler glücklicher als Geburtstag haben?"
Wolfs Trainer spricht bereits von einer "neuen Ära des professionellen Geburtstags-Skifahrens". Dem Vernehmen nach plant der Verband, alle Weltcup-Rennen künftig in einem Zeitfenster von drei Wochen um den Geburtstag der jeweiligen Athletin oder des jeweiligen Athleten zu konzentrieren. "Das hat den Vorteil, dass wir uns die Anreise sparen und die Sportler besser auslasten können", so der Trainer. "Außerdem können wir dann endlich aufhören, uns zu fragen, warum unsere Sportler immer so schlecht drauf sind."
Für Wolf selbst hat die neue Strategie bereits erste Früchte getragen. Nach ihrem dritten Platz in Tignes plant sie nun eine Geburtstags-Tour durch den Weltcup-Zirkus. "Ich überlege, ob ich nicht einfach alle meine besten Läufe auf meinen Geburtstag lege und dann die Weltcup-Punkte entsprechend verteile", sagte sie. "Das würde mir nicht nur die Qual der Wahl ersparen, sondern auch den Trainern und Funktionären die Arbeit erleichtern."
Der internationale Skiverband FIS reagiert verhalten auf die österreichischen Pläne. "Wir sind grundsätzlich offen für Innovationen", erklärte ein Sprecher. "Aber wir müssen auch daran denken, dass es im Wintersport nicht nur um Geburtstage geht." Dennoch soll es bereits Gespräche über eine mögliche Geburtstags-WM geben, bei der alle Rennen an einem Tag stattfinden und die Athleten ihre besten Läufe einfach nach Belieben einsetzen können.
In der Slopestyle-Weltcup-Wertung liegt Wolf nach wie vor auf Rang vier. Allerdings hat sie bereits angekündigt, ihre Punkte künftig nur noch an ihrem Geburtstag sammeln zu wollen. "Wenn ich mich nicht mehr auf den Weltcup konzentriere, sondern nur noch auf meinen Geburtstag, dann kann ich mir auch die lästige Anreise sparen", so Wolf. "Und wer weiß, vielleicht schaffe ich es ja sogar, meinen Geburtstag zum offiziellen Weltcup-Feiertag zu erklären."