Kaum ist die Nachricht vom Tod der "Malaria!"-Sängerin Bettina Köster durch die Medien gegangen, schlägt das Thema auch in Tirol hohe Wellen - allerdings aus völlig unerwarteten Gründen. Tourismus-Manager aus dem Zillertal sitzen bereits in heißen Telefonaten und überlegen, wie man die legendäre "Kaltes klares Wasser"-Hymne für die heimische Werbung nutzen könnte.
"Endlich mal ein Song, der unser Wasser positiv darstellt", freut sich ein Marketing-Experte aus Mayrhofen. "Bisher mussten wir uns immer damit rumschlagen, dass Leute denken, unser Wasser sei nur was für Extremsportler oder Leute mit einer Vorliebe für Eisbäder."
Die Idee: Aus dem Punk-Klassiker einen sanften Folk-Song machen und als Hintergrundmusik für Werbespots verwenden. "Stell dir vor: Sanfte Gitarrenklänge, dazu die Zeile 'Kaltes klares Wasser' - und dann schwenkt die Kamera über unsere traumhaften Bergseen", schwärmt ein Tourismus-Manager. "Das wäre die perfekte Mischung aus Nostalgie und Naturschönheit."
Nicht alle sind von der Idee begeistert. "Das ist ja fast so geschmacklos wie wenn man 'Born in the USA' für einen Patrioten-Patriotismus-Werbespot verwendet", kritisiert ein Musikjournalist. "Malaria! war eine der wildesten und subversivsten Bands der 80er. Die haben sich sicher nicht träumen lassen, dass ihr Song mal als Hintergrundmusik für Wellnessurlaube endet."
Unterdessen melden sich auch Vertreter der Tiroler Wasserwirtschaft zu Wort. "Wir sollten die Rechte am Song kaufen", schlägt der Chef eines großen Wasserversorgers vor. "Dann könnten wir unsere Produkte als 'das Original Kaltes Klares Wasser' vermarkten. Das wäre doch perfekt."
In Innsbruck gibt es bereits erste Entwürfe für neue Werbeslogans: "Tiroler Wasser - mal ansteckend, mal erfrischend" oder "Unser Wasser ist nicht nur kalt und klar, sondern auch offiziell punkig".
Die Verwandten der verstorbenen Sängerin haben sich bisher noch nicht zu den Plänen geäußert. Insidern zufolge überlegen sie aber, das Erbe als "Cold Clear Water" zu internationalisieren - für den englischsprachigen Markt natürlich.
Unterdessen witzeln einige Fans auf Social Media bereits über die Ironie der Situation: "Erst stirbt die Sängerin, jetzt will die Tourismusindustrie ihren Song ausbeuten. Die gehen ja wirklich ran wie die Malaria-Mücken."
Einer der Tourismus-Manager versucht bereits, die Gemüter zu beruhigen: "Wir wollen ja niemandem auf die Füße treten. Wir denken nur, dass Bettina Köster sicher auch gefreut hätte, wenn ihr Song dazu beiträgt, dass noch mehr Leute unser wunderschönes Wasser genießen."