Friedrich Merz sitzt im Kanzleramt, das Telefon in der Hand. Auf dem Display leuchtet eine Nummer aus Madrid. Seit Wochen waehlt er sie, und seit Wochen passiert... genau gar nichts. Pedro Sanchez hebt nicht ab. Kein Ton, kein Lebenszeichen. Es ist, als haette sich der spanische Premier in Luft aufgeloest - oder in eine besonders gemuetliche Siesta verabschiedet.
Die Berliner Republik steht vor einem neuen diplomatischen Phänomen: Ghosting auf hoechster Regierungsebene. Waehrend sich Merz im Wartemodus befindet, sitzt Sanchez angeblich auf seiner Terrasse, trinkt einen kuehlen Sherry und laechelt fein in die Kamera. Die Botschaft ist eindeutig: "Ich habe wichtigere Dinge zu tun, als mit dir zu plaudern, lieber Friedrich."
Die Ursache fuer dieses merkwuerdige Verhalten? Angeblich ist Sanchez immer noch sauer, dass Trump ihn im Oval Office in aller Oeffentlichkeit zerlegt hat - und Merz nicht mal "Sorry, Kumpel" dazu gesagt hat. Stattdessen gab es nur ein diplomatisches Achselzucken. Das hat Sanchez offenbar derart getroffen, dass er sich jetzt eine Auszeit von allen deutschen Anrufen nimmt.
Merz versucht es derweil mit allen Mitteln. Erst Brieftauben, dann Rauchzeichen, zuletzt sogar ein Brief per Einschreiben. Das spanische Innenministerium schickte das Schreiben postwendend zurueck mit dem Vermerk: "Empfaenger unbekannt - oder zumindest unerreichbar." Ein Sprecher des Bundeskanzlers bestaetigte auf Anfrage: "Ja, es stimmt. Wir rufen seit Wochen an. Nein, wir wissen nicht, warum er nicht rangeht. Nein, wir geben nicht auf. Vielleicht sollten wir es mit WhatsApp versuchen?"
Die EU-Kommission schaltete sich bereits ein und schlug einen Mediationstermin vor. Sanchez soll daraufhin geantwortet haben: "Klar, gerne. Aber nur, wenn Merz zuerst meine drei Lieblingsfragen auf Spanisch beantwortet: Wie geht's? Wo warst du? Und warum meldest du dich nie?" Die Kommission schlug vor, die ganze Sache in einem G7-Gespraech zu klären. Sanchez reagierte mit einer Sprachnachricht: "Sorry, Leute, ich bin gerade in der Badesaison. Vielleicht im Herbst?"
Unterdessen wird in Berlin bereits an einem Notfallplan gearbeitet. Falls Sanchez sich weiterhin in Funkstille haelt, will Merz eine eigene Hotline nach Madrid einrichten - mit spanisch sprechender Ansage: "Die gewuenschte Nummer ist derzeit nicht erreichbar. Bitte versuchen Sie es spaeter noch einmal. Oder auch nicht. Wir sind sowieso alle im Urlaub."