Was als harmloser technischer Defekt begann, entwickelte sich zum größten Mist-Ereignis seit Erfindung des Komposthaufens. Als ein Traktor samt Anhänger die Kontrolle über seinen Dünger verlor, breitete sich das braune Gold über zwei Kilometer Landesstraße aus - eine Ausbreitung, die man sonst nur von invasiven Pflanzen kennt.
Die Freiwillige Feuerwehr Thalsdorf, gerade dabei, ihre monatliche Kaffeereserve aufzustocken, wurde über Funk gerufen. "Mist auf der Straße" meldete die LAWZ, was die Florianis als "Dringlichkeitsstufe: Alarmkaffee" klassifizierten. Mit quietschenden Gummistiefeln und ernsten Mienen rückten sie aus, um das braune Übel zu bekämpfen.
Was sie vorfanden, glich einem Gemälde von Jackson Pollock - nur dass hier statt Farbe Exkremente die Leinwand Autobahn zierten. Drei Kubikmeter Dung verteilten sich über die Fahrbahn wie ein besonders penetranter Teppich. Die Polizei Launsdorf, bereits vor Ort, hatte die schwierige Aufgabe, den Verkehr zu regeln, ohne selbst im Dung zu versinken.
Die Situation eskalierte, als die Alarmstufe "Vollmundung" ausgerufen wurde. Zwei weitere Feuerwehren wurden alarmiert, sieben Traktoren mit Schaufeln angefordert und eine Kehrmaschine in Marsch gesetzt. Zeugen berichten von einem surrealen Bild: Dutzende Männer in orangenen Warnwesten, die mit Schaufeln bewaffnet, einen Kampf gegen die braune Flut führten.
Der Einsatz dauerte zwei Stunden - zwei Stunden, in denen die Feuerwehrleute um ihr Leben gruben, schoben und kehrten. Die Gemeindestraße in Reipersdorf verwandelte sich in eine Art provisorischer Dünger-Parcours. Wer durchkam, hatte verdient eine Medaille - oder zumindest ein Freibier.
Das Gasthaus Schumi, Zeuge des ganzen Spektakels, reagierte mit Mitleid und Pragmatismus. Während die Feuerwehrleute im Dreck wühlten, versorgte man sie mit Getränken. "Das ist das Mindeste", sagte die Wirtin. "Schließlich kämpfen sie für unsere sauberen Straßen."
Die Nachbereitung des Einsatzes zog sich noch bis in die Nacht. Die Feuerwehren mussten ihre Ausrüstung dekontaminieren, was in etwa so schwierig war wie das Reinigen eines Babypoppers nach einem explosives Durchfallerlebnis. Drei Wäschen später gaben sie auf und beschlossen, die Gummistiefel einfach zu verbrennen.
Am nächsten Tag meldete sich der Traktor-Lenker, sichtlich mitgenommen. "Es war ein eiskalter Morgen", erzählte er. "Ich glaube, die Klappe ist mir am Berg runtergefallen. Ich hab's erst gemerkt, als die ersten Autos ausgewichen sind wie bei einer Rallye."
Die Feuerwehren bilanzierten: "Es war ein Einsatz wie jeder andere - nur mit mehr Gestank." Sie schworen, sich für den nächsten Mist-Alarm besser vorzubereiten: mit Gasmasken, Spezialanzügen und einer speziellen Dung-Patrouille. Denn in Kärnten weiß man: Wo ein Mist ist, ist auch ein Weg.