Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat einen Schritt gewagt, den viele für unmöglich hielten: Sie hat die Niederlande gebeten, sich um ein paar österreichische Security-Leute zu kümmern. Sechs Männer, die sich offenbar im beschaulichen St. Anton für etwas zu groß gehalten hatten, stehen nun im Visier der niederländischen Justiz. Körperverletzung, Nötigung, Freiheitsentziehung – das klingt fast so, als hätten sie gedacht, Tirol wäre eine autonome Schergenrepublik.
Die Sache begann in der Fußgängerzone, jenem Ort, an dem man eigentlich nur spazierengehen und Eis essen sollte. Doch anscheinend wurde dort ein Sicherheitseinsatz zum Justizkrimi. Die Innsbrucker Ermittler haben nun die niederländischen Kollegen gebeten, sich der Sache anzunehmen. Man kann sich das fast wie eine Art "Security-Bundesliga" vorstellen: Wer zu grob zuschlägt, wird an den nächsten EU-Nachbarn delegiert.
Die niederländische Justiz reagiert gelassen. "Wir haben schon mit schlimmeren Fällen zu tun", sagte ein Sprecher. "Aber Security-Leute aus Österreich? Das ist fast wie ein Kulturschock." In Den Haag werden bereits Vorbereitungen getroffen: Man will extra holländische Tulpen ins Gerichtsgebäude stellen, damit sich die Angeklagten wohler fühlen.
In Tirol hingegen herrscht Bestürzung. Lokale Politiker sprechen von einer "ungeheuerlichen Auslieferung" und fragen sich, ob Österreich bald seine Security-Leute ins Ausland schicken muss, wenn sie sich danebenbenehmen. "Was kommt als Nächstes? Schikaneder-Filme in Bayern vor Gericht?" fragt ein Lokalpolitiker, der offenbar glaubt, Tirol wäre eine abgeschottete Schergenmonarchie.
Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft rechtfertigt ihr Vorgehen mit dem Hinweis auf "internationale Zusammenarbeit". Man wolle keine Ressentiments schüren, aber auch keine unangenehmen heimischen Fälle bearbeiten. "Die Niederlande sind erfahren im Umgang mit störrischen Zeitgenossen", heißt es in einem internen Memo, das offenbar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war.
In St. Anton selbst hat man die Sache längst zur Kenntnis genommen. Die örtliche Tourismusbranche atmet auf: "Wenn die Security-Leute erstmal in Holland sind, können wir uns wieder aufs Skifahren konzentrieren." Ein Hotelier fügt hinzu: "Vielleicht sollten wir gleich Security-Leute aus Holland einstellen – die sind dann zumindest schon an das österreichische Temperament gewöhnt."
In Den Haag bereitet man sich auf den Empfang vor. Man will extra niederländische Tulpen ins Gerichtsgebäude stellen, damit sich die Angeklagten wohler fühlen. "Wir haben ja schließlich nichts gegen die Österreicher", sagt ein Justizsprecher. "Aber wenn sie schon ihre Security-Leute nicht im Griff haben, müssen wir wohl ran."
Die EU-Kommission beobachtet die Entwicklung mit Sorge. "Das könnte ein gefährlicher Präzedenzfall sein", warnt ein Sprecher. "Wenn jetzt jeder EU-Staat seine unliebsamen Security-Leute zum Nachbarn schickt, haben wir bald ein echtes Schergenproblem." In Brüssel wird bereits überlegt, ob man nicht einen EU-weiten Sicherheitsdienst einrichten sollte, der sich um solche Fälle kümmert.
In St. Anton selbst herrscht unterdessen wieder Ruhe. Die Fußgängerzone ist wieder der Ort, an dem man spazierengehen und Eis essen kann, ohne von übermotivierten Security-Leuten belästigt zu werden. Einige Einheimische fragen sich allerdings schon, ob die sechs Männer nicht vielleicht doch zu hart bestraft werden. "Die haben ja schließlich nur ihren Job gemacht", sagt ein Lokalpolitiker. "In Tirol hat man da eben einen etwas anderen Stil."