Österreich hat ein peinliches Sicherheitsproblem: Die Regierung speichert ihre streng geheimen Staatsdokumente auf Geräten, die ausländischen Spionen gehören. Es ist wie ein Schildbürgerstreich der Nation, dass wir unsere vertraulichsten Informationen mit Verschlüsselungstechnologie schützen, die womöglich unter der Regie von fremden Geheimdiensten entwickelt wurde.
Stellen Sie sich vor, die österreichische Bundeskanzlei würde ihre geheimen Akten in einem Tresor von der Firma "Einbrecher GmbH" aufbewahren. Oder die Bundesheer-Pläne würden auf USB-Sticks von "Datenklau AG" gespeichert. Genau so absurd ist die derzeitige Situation, nur dass wir es mit schicker IT-Kryptotechnik tarnen.
Die österreichische Cybersicherheitsstrategie gleicht einem Kasperltheater: Auf der einen Seite wird viel über "nationale Souveränität" und "digitale Unabhängigkeit" geredet, auf der anderen Seite kauft man bei ausländischen Anbietern ein, die womöglich Hintertüren eingebaut haben. Es ist, als würde man seine Haustür mit einem Schloss von "Einbruch Profi" sichern und sich dann wundern, wenn Fremde ungebeten eintreten.
Die heimische Forschung versucht nun, Abhilfe zu schaffen. Ein Team vom AIT tüftelt an einem Prototypen für ein "made in Austria"-Verschlüsselungsgerät. Man kann sich das wie einen handgefertigten Holzverschluss für die digitale Truhe vorstellen, nur dass er statt mit Nägeln mit mathematischen Algorithmen gesichert wird.
Doch bis diese Technik marktreif ist, wird Österreich weiterhin auf die Kryptogeräte von internationalen Anbietern angewiesen sein. Es ist ein bisschen so, als würde ein Geheimagent seinen Spionageauftrag mit einem Schweizer Taschenmesser erledigen, weil er gerade keine eigene Ausrüstung zur Hand hat. Zumindest kann man damit auch eine Flasche Wein öffnen, wenn der Einsatz vorbei ist.
Die Ironie der Geschichte: Gerade jene Länder, die am besten dafür bekannt sind, in fremde Kommunikation reinzuhorchen, sollen nun unsere sensibelsten Daten schützen. Es ist wie die Bitte an einen Fuchs, den Hühnerstall zu bewachen. Man kann nur hoffen, dass er nicht allzu hungrig ist.