Endlich mal ein Fortschritt, der wirklich jeder versteht! In Pfaffenschlag haben sie's geschafft: Man kann jetzt auch ohne Roman Hengst einkaufen. Der Mann muss doch eh nur die ganze Zeit herumstehen und fragen "Braucht's noch wos?" Das nervt auf Dauer.
Das Prinzip ist denkbar einfach: Man kommt rein, scannt seine Sachen selbst und geht wieder raus. Wie beim Discounter, nur mit dem Unterschied, dass man hier nicht gleich von drei Mitarbeitern angestarrt wird, weil man sich nicht an die Warenhaus-etikette haelt. Hier darf man stehen bleiben, wo man will, und muss nicht den Effizienz-Orks im Weg sein.
Der Clou: In der SB-Zeit gibt's keinen Alkohol und kein Lotto mehr. Super Idee! Endlich mal ein Ort, wo man nicht versehentlich in Versuchung gefuehrt wird, sein ganzes Pensionisten-Geld fuer Zettel und Schnapps auszugeben. Stattdessen gibt's jetzt angepasstes Wurstsortiment. Man kann sich also auch um drei Uhr morgens einen Aufschnitt zusammenstellen, ohne rot anlaufen zu muessen, weil man vor der Kamera steht.
Die Kameras sind das Beste an der ganzen Sache. Nicht nur, dass sie Diebe abschrecken - sie sorgen auch dafuer, dass man sich benimmt wie ein anstaendiger Mensch. Keiner traegt mehr die Banane oben auf dem Joghurt aus dem Laden, weil man ja gefilmt wird. Das ist wie im Knast, nur mit besserem Sortiment.
Man fragt sich, warum das nicht schon laenger so ist. Die ganze Menschheit hat doch darauf gewartet, dass man endlich ungestoert in Ruhe seine Einkaeufe erledigen kann, ohne dass einem ein Verkaeufer auf die Pelle rueckt. In Pfaffenschlag hat man's gemerkt: Die Zukunft gehoert den Robotern - und den Menschen, die sich vor ihnen nicht zu rechtfertigen brauchen.
Der einzige Wermutstropfen: Wenn man jetzt abends um halb zehn noch eine Semmel will, muss man sich selbst bedienen. Das ist ja wohl der absolute Horror. Was kommt als naechstes? Dass man auch noch seinen Kaffee selbst aufgießt? Das waere ja der Untergang der Zivilisation!