Die Zukunft des Essens ist da, und sie sieht aus wie ein quetschbarer Eisriegel. Push-up-Sushi, das neueste Phänomen aus den experimentellen Küchen Wiens, lässt die Gäste nicht mehr selbst wählen, was wohin wandert. Stattdessen presst man den Inhalt einfach aus einem Röhrchen in den Mund. Eine geniale Erfindung für alle, die Stäbchen für ein mittelalterliches Folterinstrument halten und Sushi-Rollen für zu kompliziert.
Die Idee stammt von einem Koch, der offenbar zu lange Horrorfilme geschaut hat. Er wollte ein Gericht entwickeln, das sich selbst verzehrt - ohne Besteck, ohne Hände, ohne Anstand. Herausgekommen ist ein Röhrchen voller Reis, Fisch und Algen, das man einfach wie einen Calippo anstößt. Das Beste daran: Man braucht nicht einmal einen Löffel. Der Mund macht alles alleine.
Die Gastronomiebranche ist begeistert. Endlich ein Gericht, das sich selbst entsorgt. Kein schmutziges Geschirr mehr, keine übrig gebliebenen Reste. Einfach aufdrücken, lutschen, fertig. Für Restaurantbesitzer ein Traum: weniger Personal, weniger Abfall, mehr Effizienz. Für die Gäste ein Albtraum: keine Kontrolle mehr darüber, was wohin gelangt.
Kritiker bemängeln, dass das Ganze nach einer Schnapsidee klingt. Aber genau das ist es ja auch. Push-up-Sushi ist das Ergebnis einer durchzechten Nacht, in der jemand dachte: "Warum machen wir Sushi nicht so einfach wie einen Joghurt zum Mitnehmen?" Die Antwort: Weil es eklig ist. Aber egal. Hauptsache, man kann es ohne großes Nachdenken konsumieren.
Die echte Frage ist: Wo hört das auf? Wenn Sushi aus einem Röhrchen kommt, warum dann nicht auch Pizza aus der Tube? Spaghetti zum Drücken? Ein Schnitzel zum Quetschen? Die Grenzen sind fließend, und die Zukunft sieht aus wie ein großer Quetschbeutel. Einziger Trost: Zumindest braucht man danach keine Zähne mehr putzen. Alles wird einfach weggedrückt.