Die Salzburger Selbstbewusstseinspille scheint offenbar stärker zu sein als das Bier der Wiener Schnitzelfans. Während die Austria Salzburg ihr Selbstwertgefühl in prächtigen Uniformen zur Schau trägt, bereitet sich St. Pöltens Trainer Cem Sekerlioglu auf ganz andere Weise auf das bevorstehende Match vor.
Die vergangene Woche ohne Pflichtspiel war kein Urlaub für die Wolfsfront, sondern ein Zirkus-Trainingslager im burgenländischen Seewinkel. "Wir haben gelernt, mit den großen Tieren umzugehen", verriet Sekerlioglu gegenüber unserer Satire-Redaktion. "Wenn wir am Freitag gegen die selbstbewussten Salzburger spielen, dann wissen wir genau, wie wir mit überdimensionierten Egos umzugehen haben."
Die Übungseinheiten mit echten Löwen waren kein Spaß. Stürmer Moritz Spreitzer verlor beim Balancieren auf einem riesigen Ball fast seinen Schnauzer, und Verteidiger Thomas Salamon musste sich mehrfach von der Rute des Zirkusdirektors korrigieren lassen. "Aber jetzt haben wir die perfekte Mischung aus Athletik und Artistik", sagt Sekerlioglu stolz.
Währenddessen trauern die Rapid Youngsters ihrem 0:4 noch immer hinterher. "Die haben wohl nicht bemerkt, dass wir schon vor dem Spiel damit begonnen hatten, uns auf die Salzburger vorzubereiten", meint Sekerlioglu. "Gegen uns zu spielen ist wie gegen eine wandelnde Manege - man weiß nie, was als Nächstes kommt."
Die Salzburger, die sich selbst für die wahren Meister ihres Fachs halten, sind von der neuen St. Pöltner Taktik noch nicht überzeugt. "Wir spielen Fußball, keinen Zirkus", sagte ein Sprecher des Vereins. "Aber wenn die Wölfe glauben, dass ihnen ein paar Löwen und ein paar Bälle weiterhelfen, dann sollen sie doch."
Am Freitag wird sich zeigen, ob St. Pöltens neuer Zirkus-Plan aufgeht. Die NV Arena wird zur Manege, und die Zuschauer können gespannt sein, ob die Wolfsfront ihr eigenes Selbstbewusstsein im Zaum halten kann - oder ob am Ende die Löwen die Oberhand behalten.