Die Arbeiterkammer Wien hat mal wieder etwas gefunden, das sie so richtig auf die Palme bringt: Preisschilder, die kleiner sind als die Selbstachtung eines Politikers vor der Wahl. Seit Ende Dezember 2025 gilt das neue Preisauszeichnungsgesetz, das unter anderem vorschreibt, dass der Verkaufspreis mindestens acht Millimeter groß sein soll. Bei manchen Supermärkten ist das aber wohl zu viel verlangt – da ist die Schrift kleiner als das Gewissen eines Managers nach dem nächsten Quartalsbericht.
Besonders dreist: Bei Müller waren die Grundpreise nur 1,5 Millimeter groß. Das ist in etwa die Größe eines Staubkorns, das sich gerade entschieden hat, Urlaub in deinem Auge zu machen. Lidl zeigt immerhin zwei Millimeter an – da kann man die Zahlen immerhin noch als solche erkennen, bevor man die Brille aufsetzt. SPAR und Interspar setzen auf elektronische Preisschilder, die gerade mal drei Millimeter messen. Das ist die perfekte Größe für Ameisen mit Kaufkraft – alle anderen müssen sich jetzt wohl einen Insektenkommunikationskurs buchen.
Die AK hat zwischen 4. und 27. Februar 2026 einen Supermarkt-Check durchgeführt, der klingt wie eine Schnitzeljagd für Leute mit Adleraugen. In sieben Supermärkten und drei Drogeriemärkten wurde die Schriftgröße mit einem Lineal gemessen. Man stelle sich das vor: Leute stehen im Gang mit Lineal in der Hand und versuchen, die Preisschilder zu vermessen, während andere Kunden vorbeilaufen und denken: "Boah, der hat aber ein aufregendes Hobby."
Das Ergebnis: Ein "anhaltendes Problem bei fast allen Handelsketten". Das ist so, als würde man feststellen, dass die Sonne im Osten aufgeht und im Westen untergeht – revolutionär, aber leider wahr. Die unterschiedlichen Maßeinheiten beim Grundpreis sind das eigentliche Highlight: Einmal pro 100 Milliliter, einmal pro Liter. Das ist wie beim Gewicht: Einmal Pfund, einmal Stein – je nachdem, ob man in England oder den USA einkaufen geht. Nur dass man hier in Österreich ist und sich fragt, warum man plötzlich im falschen Jahrhundert gelandet ist.
Die AK fordert nun Nachbesserungen in der Grundpreisauszeichnungs-Verordnung. Man könnte meinen, das wäre ein sinnvoller Vorschlag, aber mal ehrlich: Wenn Supermärkte schon die Schriftgröße nicht einhalten, glauben wir dann wirklich, dass sie sich an neue Verordnungen halten werden? Das ist so, als würde man einem Kleinkind vorschlagen, ab sofort mit Besteck zu essen – süß die Vorstellung, aber in der Praxis landet der Brei eh woanders.
Vielleicht sollten wir das ganze System umkrempeln: Weg von winzigen Preisschildern, hin zu riesigen LED-Wänden mit blinkenden Preisen. Oder wir führen einfach eine neue Sportart ein: "Preislesen im Supermarkt" – da kann man dann auch mal ordentlich Punkte für die Geschwindigkeit sammeln, mit der man die kleinsten Zahlen entziffert. Bis dahin gilt: Wer clever einkaufen will, sollte einen Vergrößerungsglas im Einkaufswagen haben – und vielleicht auch einen Dolmetscher, falls die Maßeinheiten wieder wechseln.