Wien-Floridsdorf erlebte am Mittwochabend eine Premiere: Die Premiere eines neuen, selbstgeschriebenen Einakters mit dem Arbeitstitel "Teenager gegen Elternhaus - Eine Tragikomödie in drei Akten".
Akt eins: Die Geldforderung. Unser jugendlicher Protagonist, nennen wir ihn "Herr Geldsack Junior", trat vor den Vorhang und verlangte von seiner Mutter - nennen wir sie "Frau Hartgeld" - die Herausgabe von Bargeld. Als diese sich weigerte, zeichnete sich bereits der drohende Konflikt ab.
Akt zwei: Die Eskalation. Nachdem "Frau Hartgeld" standhaft blieb, beschloss "Herr Geldsack Junior", die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Er wandte sich seiner 24-jährigen Schwester zu, "Frau Schutzschild", und bat sie, sich schützend zwischen ihn und die Geldquelle zu stellen. Was folgte, war eine beeindruckende Demonstration körperlicher Gewalt, die selbst erfahrene Theaterschauspieler neidisch gemacht hätte.
Akt drei: Der finale Akt. Die Wiener Berufsrettung wurde zur Bühne gerufen und übernahm die Rolle der medizinischen Abteilung. Sie versorgte "Frau Schutzschild" mit oberkörperlichen Verletzungen, die sicherlich eine stehende Ovation verdient hätten, wenn es sich nicht um eine echte Verletzung gehandelt hätte.
Die Polizeiinspektion Donaufelder Straße übernahm die Rolle der Bühnenarbeiter und räumte den finalen Akt auf. Sie nahm "Herr Geldsack Junior" vorläufig fest und sprach ein Betretungsverbot aus - eine Entscheidung, die sicherlich zu einer hitzigen Diskussion bei der nächsten Familienfeier führen wird.
Das Stück endet mit einem offenen Schluss: Wird "Herr Geldsack Junior" lernen, dass Geld nicht auf Bäumen wächst? Wird "Frau Hartgeld" ihre Geldpolitik überdenken? Und wird "Frau Schutzschild" in Zukunft vielleicht einen Helm tragen, wenn sie sich zwischen ihre Familienmitglieder stellt?
Die Antworten auf diese Fragen bleiben vorerst ein Rätsel. Aber eines ist sicher: In Wien-Floridsdorf wurde am Mittwochabend Theater gelebt - und zwar von der schmerzlichsten Art.