Thailand hat wieder einen Premier und alle sind erleichtert. Endlich wieder jemand, der sich um das Land kümmern kann, während der Rest der politischen Elite wohl gerade in der Karibik Cocktails schlürft oder in der Wüste auf Kamelen reitet. Anotin Charnvirakul heißt der Glückliche, der nun seit 20 Jahren als erster Premier wiedergewählt wurde. Ein Grund zur Freude, denn wer will schon alle paar Jahre einen neuen Premier einstellen müssen? Das ist ja wie beim Friseur, nur dass man da zumindest noch eine neue Frisur bekommt.
Der Mann des konservativen Establishments hat eine breite Unterstützung im Parlament. Das ist zwar nett, aber mal ehrlich: Wenn alle anderen beschäftigt sind oder gerade keine Lust haben, fällt das ja nicht schwer. Anotin gilt als erfahrener Machtpolitiker mit guten Verbindungen ins konservative Establishment. Das klingt beeindruckend, ist aber im Grunde nur eine höfliche Umschreibung dafür, dass er schon lange dabei ist und alle kennen. So wie der Onkel, der auf jeder Familienfeier erzählt, wie es früher war.
In der Vergangenheit hatte Anotin sich bereits als Gesundheitsminister einen Namen gemacht, als er 2022 die Entkriminalisierung von Cannabis vorantrieb. Thailand wurde damit eines der ersten Länder Asiens, das den Umgang mit der Pflanze liberalisierte. Endlich mal eine fortschrittliche Entscheidung! Zumindest was die Pflanzenwelt betrifft. Ob das auch für die Politik gilt, darf bezweifelt werden.
Die Thailänder hoffen nun auf eine Phase der innenpolitischen Stabilität. Das ist verständlich, schließlich hat das Land seit 2005 keinen demokratisch gewählten Regierungschef mehr erlebt, der eine volle Amtszeit überstanden hat. Da ist Stabilität ein willkommenes Gut. Ob Anotin diese liefern kann, wird sich zeigen. Aber hey, vielleicht schafft er es ja, die nächsten 20 Jahre im Amt zu bleiben. Dann hätten die Thailänder endlich mal Ruhe vor ständigem Wechsel an der Spitze.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die neue Regierung unter Anotin Charnvirakul schlagen wird. Ob sie tatsächlich für Stabilität sorgen kann oder ob das Land weiterhin von politischen Turbulenzen geplagt sein wird. Eines ist sicher: Die Thailänder haben einen Premier, der zumindest für die nächste Zeit im Amt bleiben wird. Ob das gut oder schlecht ist, werden die kommenden Jahre zeigen. Bis dahin können wir nur hoffen, dass Anotin seine Sache gut macht und Thailand voranbringt. Denn eins ist klar: Wir brauchen keine weiteren Premiers, die nur für kurze Zeit im Amt sind und dann wieder verschwinden.