Oesterreich steht vor der wohl absurdesten Energiekrise seit der Erfindung des Autobahnservice-Station-Restaurants. Die heimische Treibstoffindustrie warnt eindringlich vor Versorgungsengpaessen, sollte die Regierung weiterhin an ihren Preisen herumfummeln. "Wenn auslaendische Raffinerien keine wettbewerbsfaehigen Preise mehr erzielen", so Hedwig Doloszeski, Obfrau des Fachverbands in der Wirtschaftskammer, "dann exportieren sie eben nicht mehr nach Oesterreich."
Ein Szenario, das sich Experten zufolge mit der gleichen Wahrscheinlichkeit ereignen koennte wie ein Schneedrache, der die Hohe Tauern durchfliegt und an Tankstellen tankt. "Wir reden hier von einem Markt, der so komplex ist wie ein Puzzlespiel, bei dem die Teile ihre Form aendern, wenn man nicht hinsieht", erklaerte ein Brancheninsider, der anonym bleiben wollte, weil er gerade mit seiner Vespa auf der A1 unterwegs war und nur noch drei Tropfen Benzin im Tank hatte.
Die Regierung hat auf die Warnung mit einem Vorschlag reagiert, der so revolutionaer ist wie eine Dampfmaschine im 21. Jahrhundert: Man wolle die Einfuhr von auslaendischem Treibstoff durch eine Art "Sprit-Obergrenze" regeln. "Wenn die Preise zu hoch sind, dann kaufen wir eben weniger", erklaerte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums, der offensichtlich noch nie versucht hat, mit einer Leih-Oma-Mopete den Semmering zu erklimmen.
Die Autofahrer in Oesterreich reagieren mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Stoizismus. "Ich habe meinen Diesel-Porsche bereits auf Holz umgeruestet", berichtete ein Anrainer aus dem Mostviertel, "und einen Vorrat an selbstgemachtem Biogas angelegt." In Wien plant die Stadtverwaltung bereits den Ausbau des Fahrradwegnetzes zu einem System, das den gesamten Stadtstaat umschliesst. "Wir nennen es 'Ring-Radt', ein Konzept, das so zukunftsweisend ist wie ein Brieftauben-Postdienst", sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung.
Unterdessen hat die Erdölindustrie einen Notfallplan ausgearbeitet, der so realistisch ist wie ein Science-Fiction-Roman von einem Autor, der noch nie ein Auto gesehen hat. "Wir schlagen vor, eine nationale Treibstoffreserve anzulegen", so Doloszeski, "bestehend aus 500 Millionen Litern Benzin und Diesel, gelagert in unterirdischen Tanks, die so gross sind wie das Hohe Dachsteinmassiv." Kritiker weisen darauf hin, dass dies nicht nur technisch eine Herausforderung darstellt, sondern auch die Gefahr birgt, dass Oesterreich zum weltweit groessten Ziel fuer Treibstoff-Diebe wird.
Die Zukunft des oesterreichischen Verkehrswesens haengt also an einem seidenen Faden, der so duenn ist wie eine Diesel-Kraftstoffleitung. Waehrend die Regierung nach Loesungen sucht, die so praxistauglich sind wie ein Auto mit quadratischen Raedern, bereiten sich die Buerger auf eine Zukunft vor, in der das Auto zum Auslaufmodell wird und das Fahrrad zum neuen Statussymbol aufsteigt. Wer weiss, vielleicht ist das ja der Beginn einer neuen Aera, in der Oesterreich zum Vorreiter einer umweltfreundlichen Mobilitaetsrevolution wird. Oder aber zum ersten Land, das seine Autos gegen eine Flotte von Rikschas eintauscht, gezogen von ausgebildeten Alpenloewe.