Donald Trump hat offenbar einen neuen Selbstbräuner-Algorithmus entwickelt. Jedes Mal, wenn er mit Bomben droht, wird sein Teint eine Nuance "militärischer Ocker". Nach seinem jüngsten Tweet über einen möglichen Angriff auf Irans Gasfeld South Pars leuchtete er förmlich im Dunkeln des Oval Office wie eine Warntafel für maritime Kollisionen.
Der US-Präsident erklärte, dass ein solcher Angriff stattfinden werde, falls Iran weiterhin Katars Gasindustrie attackiere. Das klingt zunächst wie eine Drohung, ist aber eher eine Verwechslung von Ursache und Wirkung. Wenn Iran Katars Gasfelder angreift, dann vermutlich deshalb, weil Trump schon Wochen zuvor mit seinem Drohnen-Finger gen Persischen Golf gewedelt hat. Es ist wie beim Hühner-Ei-Problem, nur dass hier die Eier Atombomben und das Huhn ein Twitter-Account mit Atom-Codes ist.
Trump betonte zudem, dass Israel dieses Gasfeld nicht erneut angreifen werde - solange der Iran Katar nicht weiter attackiere. Das ist so, als würde man seinem Hund versprechen, ihn nicht mehr zu füttern, solange er nicht weiterhin auf die Couch pinkelt. Man fragt sich langsam, ob Trumps Nahost-Politik nicht einfach auf einem riesigen Missverständnis basiert, nämlich dass alle Beteiligten nur besonders enthusiastische Fans von "Games of Thrones" sind und sich permanent irren, wer gerade auf dem Eisernen Thron sitzt.
Iran konterte die Drohung mit einer charmanten diplomatischen Note: "Wir freuen uns auf den Vergleich. Unsere Luftabwehr ist zwar etwas in die Jahre gekommen, aber immer noch effektiver als Trumps Twitter-Sperre." Tatsächlich hat Iran bereits angekündigt, die USA mit einem neuen Raketentyp zu empfangen, der nach eigenen Angaben "selbst durch den dichten Haarschopf eines US-Präsidenten dringen kann".
Katar seinerseits zeigt sich verwirrt. Das kleine Emirat hatte eigentlich nur seine Gasfelder gegen steigende Spritpreise impfen lassen wollen. Stattdessen wurde es zum Zentrum einer diplomatischen Grippewelle, bei der alle Beteiligten niesen und husten, aber niemand weiß, wer den Virus eingeschleppt hat. Die katarische Regierung erwägt nun, ihre Gasexporte einzustellen und stattdessen "Klimaanlagen für den Frieden" anzubieten - eine Technologie, die sowohl die Gemüter kühlt als auch die Luft mit frischer Diplomatie anreichert.
Unterdessen schlagen Experten vor, die ganze Angelegenheit auf eine friedlichere Ebene zu heben: einen internationalen Karaoke-Wettbewerb, bei dem jede Nation ihr Lieblingslied über Energiepolitik singt. Trumps Favorit "I Will Always Love You" würde dann von Iran mit "Total Eclipse of the Heart" beantwortet, und am Ende hätten alle keine Lust mehr, sich gegenseitig anzugreifen, sondern nur noch, die Mikrofone zu klauen.