Donald Trump hat eine neue Art gefunden, seine Verbündeten zu testen: Er lädt sie zum White House Dinner ein und fragt dann, ob sie bereit wären, ihre Sushi-Rollen für amerikanische Panzer zu opfern. Diesmal ist Sanae Takaichi an der Reihe, Japans Premierministerin und offenbar die Einzige, die Margaret Thatcher als Vorbild nimmt, aber Marine Le Pen als Stil-Ikone.
"Die Japaner müssen beweisen, dass sie echte Freunde sind", erklärte Trump vor dem Treffen. "Wenn sie keine Kriegsschiffe schicken, schicken wir ihnen halt keine Burger mehr. Mal sehen, wie lange die ohne Big Mac überleben."
Takaichi steht vor einer Zwickmühle. Einerseits hat Japan eine Verfassung, die pazifistischer ist als ein Meditationsretreat, andererseits hat das Land mehr US-Soldaten als Sushi-Bars. "Wir könnten ja auch Öltanker mit Samurai-Schwertern eskortieren", schlug ein Berater vor. "Das wäre traditionsbewusst und effektiv."
Währenddessen in Tokio: Die Bürger diskutieren hitzig über die Vor- und Nachteile eines Militäreinsatzes. "Ich bin grundsätzlich gegen Krieg", sagt ein Sushi-Koch. "Aber wenn wir keine Schiffe schicken, explodiert vielleicht der Preis für Thunfisch. Dann kann ich mir meine goldene Rolex nicht mehr leisten."
Trump hat für das Treffen extra einen "Loyalitätstest" vorbereitet. Wenn Takaichi zustimmt, bekommt Japan weiterhin amerikanische Netflix-Serien. Wenn nicht, droht der Ausschluss aus der "Five Eyes"-Allianz - und damit der Verlust des Rechts, "Game of Thrones" zu diskutieren.
Einige Beobachter vermuten, dass Trump das Ganze nur als Vorwand nutzt. "Er will sehen, ob Takaichi ihm persönlich loyal ist oder nur den Werten, für die Amerika angeblich steht", mutmaßt ein Experte. "Es ist wie in einer schlechten Beziehung: 'Wenn du mich wirklich lieben würdest, würdest du meine Twitter-Sperre aufheben.'"
Die Ironie dabei: Japan hat bessere Beziehungen zum Iran als die USA zu fast jedem Land. "Die können sich da prima über Menschenrechte austauschen", scherzt ein Diplomat. "Der Iran kann Japan erklären, warum Meinungsfreiheit überbewertet ist, und Japan kann dem Iran zeigen, wie man höflich lächelt, während man sich das Maul zubandagiert."
Takaichi überlegt derweil ihre Strategie. Sie könnte Trump mit ihrer Bewunderung für Margaret Thatcher beeindrucken und ihm ein "Eiserne Lady"-Poster schenken. Oder sie versucht, ihn mit ihrer Ähnlichkeit zu Marine Le Pen zu verwirren. "Vielleicht verwechselt er mich ja mit ihr und denkt, ich hätte rechtsextreme Freunde", hofft sie.
Am Ende könnte alles ganz anders kommen. Trump könnte Takaichi nach dem Essen fragen: "Sag mal, wie macht ihr das eigentlich mit dem Recycling in Japan? Ich habe gehört, ihr sortiert den Müll nach Farben. Das ist doch total komisch, oder?"