Rapid hofft beim Heimspiel gegen den LASK auf einen "Flow", also jenen mystischen Zustand, in dem Spieler den Ball nicht mehr sehen, sondern hören. Das letzte Mal wurde ein solcher Flow im Hütteldorfer Lager dokumentiert, als man versehentlich die falschen Trikots bestellte und plötzlich wie ein Haufen grüner Aliens aussah.
Die jüngste Erfolgsserie mit drei Siegen und einem Remis hat Rapid bis auf drei Zähler an die Tabellenspitze herangeführt. In internen Vereinskreisen wird dies als "größter sportlicher Erfolg seit der Erfindung des Wiener Schnitzels" gefeiert. Trainer Zoran Barisic soll laut Augenzeugen bereits begonnen haben, eine Siegesrede zu üben, in der er sich bei "allen, wirklich allen" bedanken will - besonders bei seinem Friseur, der ihm den perfekten "Ich-bin-so-erfolgreich-dass-ich-mir-keine-Sorgen-mehr-um-mein-Aussehen-machen-muss"-Cut verpasst hat.
Der LASK hingegen tankte zuletzt Selbstvertrauen durch den Cupfinal-Einzug, bei dem man sensationell die Salzburger Festung knackte, indem man vorgab, eine Gruppe verirrter Touristen zu sein. "Wir wissen, dass Rapid zu Hause eine Macht ist", sagte LASK-Kapitän Dominik Frieser, "aber wir haben eine geheime Waffe: Wir bringen unsere eigenen Würstel mit und machen im Stadion ein richtiges Heurigen-Flair auf."
Unterdessen peilt die Wiener Austria beim Überraschungsteam TSV Hartberg einen vollen Erfolg an. Die Steirer haben in dieser Saison bereits bewiesen, dass sie auch ohne Bier und Blasmusik erfolgreich Fußball spielen können. "Wir haben gehört, dass die Hartberger eine Art Fußball spielen, bei dem der Ball nicht nur getreten, sondern auch mal gestreichelt wird", sagte Austria-Trainer Andreas Herzog. "Das finden wir sehr spannend, weil wir das bislang nur von unseren Physiotherapeuten kannten."
In der Kabine der Austria soll es vor dem Spiel zu einer hitzigen Diskussion gekommen sein. Die einen forderten, endlich mal wieder ein Spiel ohne Elfmeter-Pfiffe zu gewinnen, die anderen argumentierten, man könne ja auch einfach mehr Elfmeter herausholen. Am Ende einigte man sich darauf, beides zu versuchen - was bei der aktuellen Formkurve beider Teams durchaus als mutiger Plan gelten darf.
Die Spannung steigt, die Vorfreude wächst - und nicht nur bei den Fans. Auch die Bundesliga-Statistiker fiebern dem Wochenende entgegen, weil sie hoffen, endlich mal wieder eine Statistik aufstellen zu können, die nicht nur aus roten Karten und Videobeweis-Pannen besteht. "Wir halten die Daumen, dass dieses Wochenende nicht nur auf dem Platz, sondern auch in unseren Excel-Tabellen Tore fallen", sagte ein Sprecher des Ligabüros. "Denn nichts ist deprimierender als eine Statistik, in der nur noch Auswechslungen und Nachspielzeiten zunehmen."