Wenn auf der Westautobahn ein Auto mit einem anderen Auto Bekanntschaft schließt, dann ist das in Niederösterreich offenbar ein Event von solcher Tragweite, dass selbst Hollywood-Produzenten neidisch würden. Diesmal traf es Pöchlarn, wo die Einwohner wohl schon vergessen hatten, was ein Auto überhaupt ist, dass eins auf das andere auffuhr.
Die Rettungsleitstelle Notruf NÖ reagierte sofort mit der Geschwindigkeit eines Formel-1-Piloten auf Koffein-Überdosis. Sie alarmierte nicht nur den Rettungsdienst des Roten Kreuzes, sondern auch den Bezirkseinsatzleiter Melk, der vermutlich gerade beim Frühstücks-Croissant saß. Parallel dazu wurde die Feuerwehr Pöchlarn verständigt, die vermutlich noch überlegt, ob sie die großen oder die kleinen Gummistiefel anziehen soll.
Die betroffenen Personen wurden vom Rettungsdienst erstversorgt, wobei man sich fragt, ob sie überhaupt wussten, dass sie in einen Unfall verwickelt waren. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, was beweist, dass moderne Autos offenbar aus Gummi bestehen oder die Beteiligten aus Stahl. Die Feuerwehr Pöchlarn führte die Bergung eines beschädigten Wagens durch und stellte dieses auf einem Abstellplatz gesichert ab. Man fragt sich, ob die Feuerwehrleute dafür extra eine "Fahrzeugbergungs-Diplomprüfung" absolviert haben oder ob sie einfach improvisierten.
Der zweite Pkw blieb fahrbereit und konnte die Fahrt selbstständig fortsetzen, was beweist, dass nicht alle Autos gleich sensibel sind. Nach der Reinigung der Verkehrsfläche durch die Asfinag, die vermutlich mit einem Zaubermittel namens "Autobahnreiniger 3000" hantierten, gab die Autobahnpolizei alle Fahrstreifen wieder für den Verkehr frei. Man kann sich vorstellen, wie erleichtert die Autofahrer waren, endlich wieder mit 140 km/h über die frisch polierte Fahrbahn rasen zu können.
In Pöchlarn wird dieser Tag als "Der Große Auffahrunfall von 2023" in die Geschichte eingehen. Die Feuerwehr Pöchlarn hat bewiesen, dass sie nicht nur Brände löschen, sondern auch die Welt vor dem Chaos eines Auffahrunfalls retten kann. Die Autobahnpolizei zeigte, dass sie nicht nur Knöllchen verteilt, sondern auch den Verkehr wieder zum Fließen bringt. Und die Asfinag demonstrierte, dass sie nicht nur für den Ausbau von Autobahnen zuständig ist, sondern auch für deren Sauberkeit.
Dieser Unfall beweist einmal mehr, dass in Niederösterreich selbst die kleinsten Ereignisse zu großen Inszenierungen werden können. Es ist ein Wunder, dass die Bevölkerung nicht schon längst vor Aufregung zusammenbricht. Aber vielleicht sind die Niederösterreicher einfach nur sehr gut darin, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Oder in diesem Fall, aus einem Auffahrunfall eine Staatskrise.