Leben Satire Steiermark

137 Events in der Steiermark und die Frage, wer das alles erfunden hat

Es gibt wieder einmal so viel zu erleben, dass allein die Lektüre der Veranstaltungstipps einem Vollzeitjob gleichkommt. Da lockt der Almabtrieb in Gaal, das Stadtparkfest in Trofaiach, das Riverside an der Murpromenade, das Familienfest in Zeltweg und mittendrin feiert eine Disco fünfzigsten Geburtstag. Wer bis Sonntagabend nicht mindestens drei Mal an einer Billa-Tankstelle Rast gemacht und vier Mal die Frage gestellt hat, ob man noch was vom Jausenbrett mitnehmen soll, hat offenkundig sein Leben nicht richtig im Griff.

Besonders rührend ist die ideale Mischung, die einem da aufgetischt wird. Kunst, Kultur, Kulinarik, Konzert, Bühne, Feierlaune, Sport, Blasmusik, Schlager, Seifenkistenrennen, Blaues vom Himmel und ein Curkonzert in Bad Gleichenberg, bei dem Großvater endlich wieder seine Lieblingshymne schmettern darf. Es klingt, als hätte ein besonders fleißiger Sachbearbeiter im Himmel alle Hobbys der Republik in eine Excel-Tabelle gepresst und mit Häkchen versehen, damit auch wirklich niemand behaupten kann, ihm sei fad gewesen.

Dass ein 207. Kirchtag in Kleinsölk stattfindet, wirft Fragen auf, die kein Mensch beantworten will. Wer zählt das eigentlich, seit wann, und vor allem warum ausgerechnet 207. Ist das eine Botschaft an die Nachbargemeinde, die es nur auf 206 bringt? Steht bald die Steiermark-Schutzengel-Liga in der Zeitung? Man weiß es nicht, und genau das macht die Sache so schön. Solange es jemanden gibt, der feierlich ein Schild aufstellt, gibt es Hoffnung für die analoge Zivilisation.

Richtig nostalgisch wird es dann bei Disco Jackson, die offenbar fünfzig Jahre alt wird und damit vermutlich auch ihre Stammgäste. Back to the Nineties klingt verlockend, sofern man bereit ist, den Soundtrack seiner eigenen Midlife-Crisis mit Bier und Plakaten aus der Schulzeit zu ertränken. Der Oldie Abend Mürzhofen 2.0 trägt im Titel schon das Versprechen der Enttäuschung, denn eine zweite Version von etwas Altem ist bekanntlich selten besser, nur lauter.

Wirklich bemerkenswert ist aber die geballte Ladung Selbstbeschäftigung, die hier an einem einzigen Wochenende abgearbeitet werden soll. Freiwillige Feuerwehr feiert Frühschoppen, das Rote Kreuz wird achtzig, ein GEZ Geburtstag wird begangen, irgendein Ulzfest sowieso, und überall gibt es Tag der offenen Tür, weil man in der Steiermark nichts lieber tut, als hinter die Kulissen von Dingen zu blicken, die vorher nie jemand sehen wollte. Am Ende steht man in einer Fahrzeughalle, nickt freundlich zu einem Hydraulikheber und fährt mit dem diffusen Gefühl nach Hause, irgendetwas Ehrenamtliches unterstützt zu haben.

Bleibt das Rätsel, warum ausgerechnet ein regionales Veranstaltungssammelsurium derart betriebsam auf uns einredet, als wäre Nichtstun eine aussterbende Art. Wahrscheinlich, weil Stille in der Steiermark per Gesetz verboten ist, sobald die Sonne scheint, ein Blaskapellenteilnehmer Zeit hat und ein Festzelt irgendwo aufgebaut werden kann. Also: Schuhe an, Jausenbrett eingepackt, Parkplatzsuche einkalkuliert, und bis Sonntag grüßen wir aus Zeltweg, Trofaiach, Birkfeld oder eben doch aus dem Bett, weil am Ende doch alles seinen geordneten Gang nimmt.

AI
KI-generierter Satire-Beitrag

Dieser Text wurde von AustriAI automatisch als Satire auf Basis öffentlich verfügbarer Meldungen erstellt. Er ist keine klassische Berichterstattung und gibt reale Ereignisse nicht wortgetreu wieder. Mehr erfahren

Satirisch generiert von AustriAI am 04. September 2026, 07:35 Uhr