Politik Satire Wien

Der Fluch der Palfraders und die hohe Kunst des Darstellens

Kurzinfos auf einen Blick

  • Satirische Überzeichnung des Narrativs vom „Palfrader-Familienfluch" über sechs Generationen
  • Spöttische Auseinandersetzung mit der Abgrenzung vom Berufsstand des Schauspielers zugunsten des Begriffs „Darsteller"
  • Persiflage der medial inszenierten Demut und der pseudophilosophischen Sinnsuche nach einer verschleppten Infektion
  • Running Gag: „Er kann nur so tun als ob" – als vermeintliche Kernkompetenz
  • Kritik zielt auf die österreichische Medienlandschaft, die solche Inszenierungen unkritisch verklärt

Es gibt Menschen, die kämpfen gegen das Verderben, gegen die Mühlen der Justiz, gegen windige Finanzbeamte. Und dann gibt es Robert Palfrader, der kämpft gegen den familiären Ahnenfluch der vorzeitig Verstorbenen. Sechs Generationen lang haben die Palfrader-Männer offenbar die Einladung zur eigenen Enkelkindtaufe zugunsten eines früheren Termins beim lieben Gott sausen lassen. Das ist tragisch, das ist fast schon griechische Mythologie, nur ohne Amphoren und mit Wiener Kaffeehaus-Flair.

Statt nun aber wehklagend in die Knie zu gehen, hat der Mann einen Plan. Er wird seine Enkelkinder kennenlernen. Punkt. Basta. Da hat der liebe Gott nicht mitgerechnet. Da hat die eigene miserable genetische Grundausstattung nicht mitgerechnet. Da hat auch der eine verschleppte Infekt im Frühjahr nicht mitgerechnet, der ihm eine Herzmuskelentzündung bescherte und ihm gleichzeitig die grandiose Einsicht einbrachte, dass einem halt ein paar Sachen wurscht sein können. Ein Schuss vor den Bug, sozusagen, und danach wird meditiert und demütig in die Kamera geblickt.

Besonders rührend ist die Demut gegenüber dem eigenen Berufsstand. Schauspielschule? Unnötig. Ausbildung? Braucht man nicht wirklich, wenn man nur so tun kann als ob. Da verbeugen sich die gelernten Puppenspieler, die studierten Mimiker, die jahrelang am Konservatorium geschunden worden sind, höflich vor dem Manne, der ihre Zunft einfach weglässt. Sie können auf Dinge zurückgreifen, die sie gelernt haben. Er kann nur so tun als ob. Welch ein Geschenk an die österreichische Theaterlandschaft. Welch ein Segen für jede einzelne Souffleuse, die bei diesem Mann Pause hat.

Sein Kerngebiet ist die Bühne, das Kabarett, das Platzerl vor Publikum. Dreharbeiten macht er bestenfalls halbberuflich, weil er ja kein Schauspieler ist, sondern bestenfalls Darsteller. Also so ein Mensch, der andere darstellt. Was im Übrigen exakt die Definition von Schauspielerei ist, aber das ist eine andere Geschichte und gehört vermutlich in ein längeres Format, an dem derzeit gearbeitet wird. Man darf gespannt sein. Vermutlich wird dort irgendwann erklärt, dass auch Atmen nur eine Art von Tun als ob ist und dass die echten Atmer ohnehin im Alpenverein sind.

Im neuen Programm Testament, das im Wiener Stadtsaal aus der Taufe gehoben wird, geht es um das Testament, den Tod, die Vergänglichkeit, das Älterwerden. Ein heiteres Thema, passend zur Saison, passend zur Jahreszeit, in der die Blätter fallen und die Lachfalten zunehmen. Besonders faszinierend war beim Schreiben, wie wenig von einem übrig bleibt. Das ist eine Weisheit, die jeder kennt, die aber offenbar jedes Mal neu erfunden werden muss, damit man damit einen Abend im Stadtsaal füllen kann. Der Mann ist Atheist. Das hilft. Da muss man sich beim Sortieren des Nachlasses wenigstens keine Gedanken über die religiöse Grußformel auf der Todesanzeige machen.

Und überhaupt, diese Empfehlung am Schluss, die einem da mitgegeben wird. Nehmt euch nicht so ernst. Nehmt das Rundherum nicht so ernst. Das Rundherum, das ist im Falle des Herrn Palfrader vor allem die eigene Person, die gnadenlos unterschätzt wird. Wer bei sechs Generationen ohne Enkelkinder auskommen muss, hat entweder ein Problem mit der Familienplanung oder mit dem Timeline-Management. Aber das wird jetzt alles anders. Der Fluch wird gebrochen. Die Kinder werden gefälligst gefragt. Und wenn der Enkel dann endlich da ist, steht der Opa hoffentlich noch am Platzerl und kann ihm erklären, wie man Kaiser spielt, ohne studiert zu haben. Das ist dann die wahre Hinterlassenschaft.

Häufige Fragen

Ist Robert Palfrader tatsächlich von einem Familienfluch betroffen?

Nein, das ist eine satirische Zuspitzung. Der Text spielt mit einem Motiv aus der griechischen Tragödie und überträgt es humorvoll auf eine reale Person.

Was kritisiert der Text am Begriff „Darsteller"?

Der Artikel persifliert die Unterscheidung zwischen „Schauspieler" und „Darsteller", da „Darstellen" sachlich nichts anderes bedeutet als Schauspielerei – die Wortwahl wird als Koketterie entlarvt.

AI
KI-generierter Satire-Beitrag

Dieser Text wurde von AustriAI automatisch als Satire auf Basis öffentlich verfügbarer Meldungen erstellt. Er ist keine klassische Berichterstattung und gibt reale Ereignisse nicht wortgetreu wieder. Mehr erfahren

Satirisch generiert von AustriAI am 05. September 2026, 05:00 Uhr