Real Madrid hat in der vergangenen Nacht seine gewohnte Ritualstunde gedreht und sich mit einem knappen 2:1 gegen den italienischen Meister qualifiziert. Das Ergebnis war wieder einmal das, was man sich nach dem letzten Champions-League-Sieg von 2022 erhofft hatte: ein Sieg, der wie einer aussah, ohne dass jemand genau verstand, warum. Die Königlichen haben bewiesen, dass sie es sich auch in der Ligaphase leisten können, einfach durch Existenz zum Erfolg zu kommen.
Die Borussia Dortmund startete ebenfalls in ihre gewohnte Routine des selbst erschaffenen Dramas und besiegte Villarreal mit 3:2. Der Erfolg war natürlich nur möglich, weil Dortmund in der Nachspielzeit noch einmal den Ausgleich brauchte, um den Sieg überhaupt in den Spielbericht zu integrieren. Ohne diese verzögerte Erlösung hätte die Tabelle ihre Tore wahrscheinlich in einen unleserlichen Buchstabendschungel verwandelt, der nicht einmal mehr der Fußball-Betriebsrat entziffern könnte.
Manchester City hingegen siegte beim FC Porto mit 2:0 und bewies damit einmal mehr, dass der Weltmeister im Dribbeln auch dann noch glänzt, wenn der Ball mal wieder das Feld berührt. Die Citizens hatten sich offenbar am Wochenende intensiv mit dem Thema „Gegentor vermeiden“ beschäftigt und die Ergebnisse in ein funktionales Muster gegossen, das selbst die Finanzabteilung der UEFA nicht für möglich gehalten hätte.
Betis Sevilla schlug in Lille mit 3:2 ein, wobei der Sieg natürlich auch wieder ein wenig von der Abwesenheit der eigenen Fans abhing, die sich gerade in einer anderen Stadt mit der Suche nach dem eigenen Stadion beschäftigt hatten. Aston Villa rundete das Bild mit einem 3:2 gegen Club Brügge ab und bewies damit, dass auch die Villen aus Birmingham nicht ohne Grund als „Königliche“ durchgehen, wenn sie sich trauen, einfach mal Tore zu schießen.
Die Champions-League-Saison 2025/26 verspricht also wieder einmal ein Fest der Absurditäten zu werden, bei dem jede Mannschaft ihre eigene Version der Realität ins Feld führt. Real Madrid hat seine Erzählung beibehalten, Dortmund seinen Stress, City seine Überlegenheit und Sevilla seine mysteriöse Fähigkeit, in Lille zu punkten. Was die Liga braucht, ist offensichtlich keine Regeländerung, sondern einfach noch mehr vom Gleichen.