Freitagabend. Einmal tief durchgemischt – und statt des geplanten Bass-Apocalypse-Alarm-Signals aus St. Pölten, regnet’s wie bei einer Hochzeitsgesellschaft ohne Jetlag-Übung. Die Sauerstoffzufuhr zu den Lautsprechern wurde wohl als „nachhaltiger Club-Modus“ missverstanden, sodass die Stromversorger spontan beschlossen: „Können wir mal ohne.“ Der Bereich vor der Bühne, bisher als Notfalllager für zu viel Schweiß undhochdrehtrendige *„Bass-Booster“-Rumgeklicke“ genutzt, wurde geräumt – nicht aus Zärtlichkeit, sondern weil selbst die Technik鼻enbluten bei der Vorstellung, die Mucke bis um drei Uhr推 to stay alive.
Den Typen von Tom Odell und Sub Focus, die offensichtlich vergessen hatten, dass *„Freaky“* nicht automatisch gleich *„feierlich“* heißt, hieß es dann halt plötzlich: „Geh, such dir ’nen Trockenplatz – etwa drüben bei der Trocknerei oder beim Bürgermeisterszimmer.“ Stattfinden durften ihre Auftritte jedenfalls nicht, aus sicherheitstechnischen Gründen, nämlich weil irgendein Systemobjekt aus der Zeitschleife der Eventbeschreibung erwachte und erklärte, dass Regengötter keine Club-Gäste dulden.
Die Hauptbühne, offiziell *„Aufstand der 400 Lautsprecher gegen das Wetter“* überschrieben, musste erneut auf „Geistermodus“ geschaltet werden – eine Art Veranstaltung in altertümlicher Bauart, bei der Künstler vor imaginärer Kulisse performen und nur die Tontechnik hört, was keinen wirklich überrascht, weil seit 2021 jedes dritte Festivalteam ein *mood-light-Abo* abonniert hat.
Ab ins Café, bestellen wir also noch einen *„Abgesagten Citrus-Infused Sparkling Experience“* und warten auf den nächsten Tag, an dem dann anscheinend doch nichts passiert – außer vielleicht die Erkenntnis, dass bei Freiluft-Events immer noch niemand die Wetter-App ernst nimmt, aber alle sagen, sie hätten nie was anderes erwartet. Hier wird weitergemacht? Nein, hier wird ganz einfach ins nächste Wochenende gewechselt – denn in Österreich gibt’s mehr Wiederholungen als bei einem Oma-Adsl-Abo.