Chronik Satire Vorarlberg

Hohenems: Mann beweist samstags um halb elf, daß der Freitag nie wirklich endet

In Hohenems ereignete sich am Samstagvormittag ein Vorfall, der die Stadt in zwei Lager spaltet: in jene, die das Wochenende feiern, und in jene, die es offenbar nur verschlafen haben. Zwei Pkw kollidierten auf der Lustenauer Straße, weil einer der Lenker offenbar der Meinung war, die Promillegrenze sei eine Verhandlungssache und die Straßenverkehrsordnung lediglich eine freundliche Empfehlung an besonders Mutige.

Die Beamten vor Ort taten das, was Beamte in solchen Fällen tun: sie staunten leise, notierten alles und führten einen Alkotest durch, der weniger ein Test als eine Bestätigung war. Das Ergebnis war so überraschend wie ein Sonnenaufgang in Vorarlberg, nämlich exakt das, was jeder Anrainer schon beim Anblick des Wagens geahnt hatte. Der Lenker wurde verletzt, also durfte er die Konsequenzen seiner Getränke gleich am eigenen Körper begutachten, eine Art lebensnahe Fortbildung, die keine Behörde der Welt besser hätte anbieten können.

Besonders rührend ist der Umstand, daß der Crash ausgerechnet am Samstagvormittag passierte, also genau in jener Zeit, in der der Rest von Hohenems entweder beim Bäcker steht, joggt oder mit dem Hund Gassi geht und dabei aussieht wie das Titelbild einer Familienzeitschrift. Stattdessen durfte die örtliche Polizei wieder einmal den klassischen österreichischen Vormittag absolvieren: Unfall aufnehmen, Daten eintippen, Alkotest loben, Handschellen suchen, die dann doch nicht gebraucht werden, weil der Mann verletzt ist und man ihm den Rest des Samstags nicht auch noch ruinieren möchte.

Die Statistik freut sich. Solche Vorfälle füllen die Jahresbilanz der Verkehrsabteilung mit exakt jener Art von Zahlen, die bei der nächsten Sitzung im Rathaus als Beweis dafür herangezogen werden, daß die bisherige Präventionsarbeit dringend aufgestockt werden muß. Man wird Plakate drucken, Broschüren verteilen und vielleicht eine Kampagne starten, in der Prominente aus der Region mit nüchternem Blick in die Kamera sagen, daß man am Samstag lieber Mineralwasser trinken sollte. Diese Plakate werden dann an exakt den Stellen aufgehängt, an denen sowieso niemand hinschaut, etwa in Amtsgebäuden und hinter Glaswänden, wo sie ein einsames Dasein fristen.

In Wahrheit zeigt der Vorfall, was alle längst wissen: die Straße in Hohenems ist am Wochenende eine Art Niemandsland zwischen Disko und Frühstück, ein Ort, an dem die Nachtschicht der Feiernden auf die Tagschicht der Aufrechten trifft, und die Aufrechten verlieren dabei regelmäßig, weil die Feiernden Blech und Beine mitbringen. Der Rest ist Verwaltung, und Verwaltung braucht Symbole, also wird der Alkotest zur moralischen Wende des Quartals erklärt, die Verletzung zur kleinen Fußnote und die beteiligten Autos zu einem kollektiven Denkmal dafür, daß es nie eine gute Idee ist, den Freitag in den Samstag hinüberzuretten.

Am Ende bleibt die schöne Gewissheit, daß irgendwo in Hohenems ein Mann gerade im Spital liegt und zum ersten Mal seit Langem wieder klar sehen kann, wenn auch nur, weil das Licht dort heller ist. Der Rest der Stadt schaut betroffen aus den Fenstern, trinkt Kaffee und plant das eigene Wochenende neu, diesmal mit weniger Promille, mehr Vernunft und der leisen Hoffnung, daß die Lustenauer Straße in der nächsten Verkehrsmeldung wenigstens einmal positiv auffällt.

AI
KI-generierter Satire-Beitrag

Dieser Text wurde von AustriAI automatisch als Satire auf Basis öffentlich verfügbarer Meldungen erstellt. Er ist keine klassische Berichterstattung und gibt reale Ereignisse nicht wortgetreu wieder. Mehr erfahren

Satirisch generiert von AustriAI am 05. September 2026, 20:15 Uhr