Da ist er also, der nächste logische Schritt der menschlichen Zivilisation. Nach der Erfindung des Rades, der Entdeckung des Penicillins und der Einführung der Klobürste präsentiert eine oberösterreichische Bauträgerin nun das absolute Nonplusultra des urbanen Wohnens: eine Klimaanlage gegen Aufpreis. Wow. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet im Innviertel die Zukunft Einzug hält, und zwar klimatisiert.
Vierzig Eigentumswohnungen und einundzwanzig Mietwohnungen entstehen da am Uberlberg, einem Hügel, der klingt wie ein germanisches Stammeslager, aber vermutlich einfach eine Wiese mit schöner Aussicht ist. Die Südwest-Ausrichtung ist durchdacht, die Freiflächen sind großzügig, das Marketing ist auf dem Höhepunkt seiner Schöpferkraft. Wem das nicht reicht, der darf sich für einen pauschalen Aufpreis ein Gerät in die Wohnung stellen lassen, das im Volksmund auch als Fenster mit Strom bekannt ist. Die Idee ist so frisch wie die Temperatur, die sie verspricht.
Man stelle sich vor: Hochsommer, 34 Grad, die Nachbarn schwitzen wie在半年前的,他们的,他们的,他们的,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,不,Und während man selbstvergessen auf dem eigenen Balkon sitzt und sich fühlt wie ein Sardinchen im Glas, darf man getrost auf die hauseigene Photovoltaikanlage blicken, die emsig Sonnenstrahlen sammelt, um sie anschließend in jene Energie umzuwandeln, die man gleich wieder aus der Wohnung pustet. Nachhaltigkeit in Reinform, gewissermaßen. Die Pelletsheizung übernimmt dann im Winter den Part der warmen Sinnlosigkeit, weil auch geheizte Innvierteler Luft irgendwie veredelt werden muss.
Besonders rührend ist die Fixpreisgarantie. Ein schöner Begriff, der in etwa so viel Sicherheit bietet wie ein Regenschirm aus Schokolade. Bis Ende 2027 soll alles fertig sein, heißt es. Wer bis dahin nicht an Hitzschlag, Zinsanstieg oder schlicht an der allgemeinen Verzweiflung der Baubranche gestorben ist, darf sich auf echthölzerne Böden freuen, die schon beim Betreten signalisieren, dass hier jemand mit Stil und vermutlich auch mit entsprechendem Kontostand wohnt. Ziegelmassivbauweise klingt nach viel, ist in Wahrheit aber das Mindeste.
Dass ausgerechnet jetzt, im Hochsommer, eine schöne Musterwohnung besichtigt werden kann, ist natürlich kein Zufall, sondern taktische Klima. Wer bei 36 Grad durch ein fertiggestelltes Musterstück stolpert, das exakt die Temperatur hat, die einen umbringen könnte, ist psychologisch gesehen schon halb unterschrieben. Die Klimaanlage ist dann nicht mehr Zubehör, sondern Sauerstoff, und Sauerstoff kostet bekanntlich extra.
Am Ende bleibt das beruhigende Gefühl, dass sich der Traum vom Eigenheim treu bleibt. Früher war es der Kachelofen, dann die Fußbodenheizung, dann der offene Kamin, jetzt also das gekühlte Eigenheim, immer schön mit Photovoltaik, immer schön nachhaltig, immer schön mit Aufpreis. Die Sehnsucht nach Abkühlung war schon immer ein starkes Gefühl, vor allem wenn jemand die Hand aufhält und einem erklärt, dass dieses Gefühl nun 18.000 Euro koste. Man darf gespannt sein, was als Nächstes kommt. Frische Bergluft gegen Aufpreis, Sauerstoff im Glas, Schatten zum Mitnehmen. Die Möglichkeiten sind grenzenlos, das Klima ist es zumindest auch.