Es ist vollbracht. Das Burgenland hat mit mehr als 2600 Feuerwehrkindern endlich jene demografische Wunderwaffe gefunden, die EU, Inflation und den allgemeinen Sonntagsblues auf einen Schlag erledigt. Während draußen die Welt brennt, üben drinnen Burschen und Mädels den Umgang mit Geräten, die später sowieso keiner mehr bedienen kann, weil die Batten wieder mal nicht da sind. Aber Hauptsache Teamgeist, dann löscht sich das Feuer von alleine durch kollektive Zuneigung.
Man muss sich das einmal vorstellen: Ein ganzes Bundesland, das seine Zukunft darauf verwendet, Jugendliche in hallenartigen Anlagen darauf vorzubereiten, eines Tages Feuer zu löschen, das längst im Internat der Verwaltung ausgebrochen ist. Der Landessieg von Steinbrunn nach acht Jahren Pause wird dabei als politisches Erdbeben zelebriert. Acht Jahre! Länger als mancher Minister überlebt, eraicht man mit Schlauch und Eimer endlich wieder den Silberbewerb. Das ist dann wohl der finale Beweis, dass Beharrlichkeit wichtiger ist als jede fachliche Kompetenz, die ohnehin in der Pension steckt.
Besonders rührend ist die Vorstellung, dass aus diesen Wettkämpfen Freundschaften fürs Leben entstehen. Vermutlich genau jene Freundschaften, die später gemeinsam in der Aktivdienst-Warteschleife stehen und sich gegenseitig erzählen, wie schön es war, als der Trainer noch Engagement und Leidenschaft hatte, bevor beides von der Stellenplanspielkommission geschreddert wurde. Kameradschaft ist eben das Einzige, das nicht unter dem Sparpaket leidet, weil es ohnehin nie budgetiert war.
Der Landesfeuerwehrkommandant strahlt stolz wie ein Staatsoberhaupt, das gerade ein Friedensabkommen unterschrieben hat, dabei handelt es sich nur um Kinder, die wissen, wo der Hydrant ist. Aber wir dürfen nicht kleinlich sein. In Zeiten, in denen Erwachsene bei jeder Versammlung nur mehr über Teilnahmsbescheinigungen streiten, ist ein Dreizehnjähriger, das von Kameradschaft schwärmt, natürlich die letzte Bastion der Demokratie. Wer hätte gedacht, dass die Rettung des Staates in Oslip beginnt und nicht im Parlament.
Und dann ist da noch der sportliche Aspekt. Wer sonst bringt Jugendliche mit dem Argument dazu, freiwillig zu rennen, cadettenmäßig zu schwitzen und Befehle zu befolgen, ohne dass gleich jemand von Verboten und Bildungsministerium faselt. Feuerwehrjugend ist im Grunde der einzige Verein, bei dem man für den Ernstfall trainiert, der darin besteht, dass der Ernstfall schon vor zwanzig Jahren stattgefunden hat und nur keiner aufgeräumt hat.
Am Ende bleibt die tröstliche Gewissheit: Solange es 2600 Mitglieder gibt, die freiwillig Feuerwehrgeräte anfassen, ist das Land gerettet. Und falls nicht, dann wenigstens sehr gut fotografiert.