Politik Satire

Rechts ranhalten, Bürger, die Demokratie drückt aufs Tempo

In Sachsen-Anhalt steht am Sonntag eine Wahl an, und alle tun so, als wäre es ein Fußballspiel. Strenge Miene auf der Tribüne, alkoholfreies Bier in der Pressetribüne, und die Kommentatoren flüstern sich zu, dass der Gastgeber diesmal eine Peitsche statt einer Fahne schwingt. Während die einen noch die Brötchen richten, ist die andere Mannschaft schon in der Kabine und zieht sich die Stutzen an. Es riecht förmlich nach Pyrotechnik, und der Ordnungsdienst verteilt vorsorglich schon mal Taschentücher an die Gäste der demokratischen Mitte.

Die Parteien der Vernunft, also jene, die sich seit Jahren damit brüsten, die Vernunft gepachtet zu haben, sitzen derweil in der Tiefgarage und diskutieren, ob man das Lenkrad vielleicht besser mit beiden Händen anfassen sollte. Man sieht sie im Rückspiegel: eifrig blinkend, aber ohne Richtung. Sie haben in den letzten Jahren so viel Blinklicht installiert, dass die gesamte Bundesrepublik einem weihnachtlich geschmückten Trabi gleicht, nur ohne den Charme. In der Zwischenzeit überholt rechts außen mit Fernlicht und Hupe, und niemand wagt es, die Lichthupe zu betätigen, weil das ja unsachlich wäre.

Besonders rührend ist die Diskussion über die sogenannte Gesprächskultur. Man stelle sich das vor: höfliche Kaffeekränzchen mit Leuten, die das Grundgesetz als Dekoartikel betrachten. Da sitzt man dann bei Biskuit und Kaffee, nippt am Tässchen und sagt, nun lasst uns doch bitte über die Wertegemeinschaft reden, während das Gegenüber die Tischdecke anzündet. Das ist, als würde man einen Pyromanen in die Theaterloge einladen, um über Brandschutz zu sprechen. Die demokratische Mitte erweist sich hier als jene Spezies von Gastgeber, die den Brandstifter mit einem höflichen Lächeln bittet, wenigstens die Asche unter den Teppich zu kehren.

Derweil in Österreich, wo man ja bekanntlich immer alles ein bisschen früher und ein bisschen schlimmer hat, sitzt die Schwesterpartei gemütlich im Kaffeehaus und übt schon mal den Kanzlergruß. Man nippt an der Melange und philosophiert über die Sommergespräche, als wäre das eine Disziplin bei der Olympiade. Der Vergleich mit Sachsen-Anhalt verbietet sich natürlich, denn hierzulande hat man ja Stil, Vorgarten und eine besonders ausgeprägte Neigung zur Selbstverharmlosung. Man redet von frischer Politik wie andere von frischem Gebäck, und die Verkäuferin nickt wissend, weil sie weiß, dass der Kunde in Wahrheit schon drei Tage alt ist.

Was also tun, fragen die Leute, die noch glauben, man könne eine Wahl mit Vernunft gewinnen, so wie man früher glaubte, man könne eine Diät mit Schokolade halten. Die Antwort ist erschreckend einfach: gar nichts. Stattdessen verlegt man sich aufs Erklären, Erklären und nochmals Erklären, weil man hofft, dass die Wut irgendwann an der Aufklärungstafel abprallt wie ein Ball am Gummiband. Man produziert Erklärvideos, in denen freundliche Menschen mit Brille und Bart sagen, warum die Brandmauer wichtig ist, und die Wähler draußen im Land schauen kurz auf, trinken einen Schluck Kaffee und gehen wieder zur Tagesordnung über, die da lautet: alles wird schlimmer, also wählt man das, was am lautesten schreit.

Am Ende bleibt das Bild eines Landes, das in der Spur bleiben will, während die Straße schmäler wird. Die einen lenken nach links, die anderen nach rechts, und der Dritte schläft am Steuer mit eingeschaltetem Tempomaten, weil er glaubt, das rettet den Sprit. Es ist die politische Version jener Szene, in der alle gleichzeitig bremsen, hupen und den Weg freigeben, bis der Stau ein Eigenleben entwickelt. Und mittendrin, mit gefalteten Händen und dem Lächeln eines Mannes, der weiß, wo der Notausgang ist, steht die extreme Rechte und sagt, folgt mir, ich kenne eine Abkürzung, die geradeaus durch die Wand führt. Man kann nur hoffen, dass am Sonntag ein paar Fahrer aufwachen und den Blinker wieder auf normales Fahren stellen. Die Wahrscheinlichkeit ist ähnlich wie jene, dass der Kaffee im Büro ausnahmsweise einmal heiß serviert wird: theoretisch möglich, praktisch ausgeschlossen.

AI
KI-generierter Satire-Beitrag

Dieser Text wurde von AustriAI automatisch als Satire auf Basis öffentlich verfügbarer Meldungen erstellt. Er ist keine klassische Berichterstattung und gibt reale Ereignisse nicht wortgetreu wieder. Mehr erfahren

Satirisch generiert von AustriAI am 05. September 2026, 18:00 Uhr