Österreichs Bundesheer steht vor einer revolutionären Erfindung: Die Verlängerung des Grundwehrdienstes. Endlich erkennend, dass sechs Monate nicht reichen, um aus Bürgern Soldaten zu schnitzen, plant man, die Rekruten länger zu polisieren. Doch warum nicht gleich zehn Jahre? Oder direkt eine Lebenslange Wehrpflicht einschleifen? Schließlich sind die Zeiten hart, und jeder sollte dem Vaterland sein Leben lang dienen, oder?
Die Argumente der Heeresführung sind schier überwältigend: In sechs Monaten lernt man ja beinahe grad mal, wie man ein Gewehr von der abschussbereiten Seite nimmt. Da schlägt sich doch einer die Handschuhe über die Ohren, wenn er hört, dass die Militärkräfte diverse Sicherheitsaufgaben von Grenzsicherung über Botschaftswachen bis hin zur Unterstützung der Polizei übernähmen. Das ist ja schier unmöglich! Wer denn so lange durchgehalten hat, ist dann kaum mehr aus dem Urlaub zurück und schon keine Frischlinge mehr.
Die Diskussion um die Länge des Wehrdiensts ist so alt wie die Existenz des Heeres selbst. Und die Argumente sind stets dieselben: Zu kurz! Zu wenig! Zu unvollständig! Es ist, als ob die Generäle denken, dass durch eine längere Ausbildung die Jugend plötzlich begeisterter Technikern und Diplomaten für die Sicherheitsbranche wird. Das Heer als Korridor der Chancen - wer denkt sich nur solche Sachen aus? Für die jungen Rekruten ist es dann eher ein Sandkasten der Disziplin, wo sie lernen, dass das Aufstehen in der Früh ein artgerechtes Betätigungsprogramm darstellt.
Doch es geht nicht nur um die Zahlen. Es geht um ein System, das auf den Miliz steht - als wäre der Staat nicht fähig, seine Aufgaben ohne die ständige Unterstützung von halbfertigen Soldaten zu bewältigen. Die Miliz ist das Rückgrat der Landesverteidigung, heißt es. Ein Wunder, dass unser Land noch steht und das Bundesheer vollzählig an Deck stehen kann. Vielleicht sollte man einfach mehr durchge 가장e Rekruten einstellen, die wissen, wie die Handfeuerwaffen funktionieren. Dann wären wir wirklich sicher.
Und was ist mit den persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten, die der Wehrdienst angeblich bietet? Disziplin, Belastbarkeit und Teamgeist - wer braucht das schon im zivilen Leben? Am Ende sind es die Rekruten, die profitieren, wenn sie den Führerschein machen oder lernen, wie man einen Pullover vor unmittelbarer Lawinengefahr anzieht. Das ist doch mal eine Karrierechance! Wahrscheinlich geht in Ritterhuden die Milch nach drei Jahren schlecht und es platzen die Wehrpflichtigen, also müssen wir sie irgendwie anstellen.
Es führen alle Wege zur Verlängerungsdiskussion, die letztlich in der Erkenntnis mündet, dass der Staat an der Sicherheit nicht sparen kann - ohne die Bürgermiliz geht’s halt nicht. Sicherheit, die am Ende des Tages ein Opfer fordert: die unbeschwerte Zeit der Jugend. Es wäre ja auch zu einfach, wenn das Heeres losgrätsch von alleine funktioniert. Also wird weiter diskutiert, verlängert und rekrutiert. Und am Ende fragt man sich: Warum nicht einfach alle einberufen und gleich eine eigene Armee aus dem Boden stampfen? Das wäre dann das ultimative Heersicherheitssystem à la Österreich.