International Satire

Staatsbegräbnis mit Programm: Wenn der Kriegsverbrecher zum Nationalhelden wird, sagt Brüssel halt Besuch ab

Man stelle sich vor, man hat jahrzehntelang Akten gewälzt, Beweise sortiert und einen Massenmörder endlich rechtskräftig verurteilt, und dann stirbt der Kerl ausgerechnet an seinem achtundachtzigsten Erdstrahlversagen in einem Krankenhaus, das aussieht wie ein durchschnittliches Bürohaus in Den Haag. Schon traurig. Noch trauriger wird es, wenn die Heimat, die ihn einst halbherzig ausgeliefert hat, beschließt, dass die Trauerfeier gefälligst mit allem Pipapo stattzufinden hat. Also bitte: Salutierende Ex-Militärs, Justizminister im Amt, Präsident einer Teilrepublik mit weißen Hemden, und ein Tambourkorps, das vermutlich gerade probeweise „Hejo, spann den Wagen an“ intoniert hat, um den passenden Ton zu treffen.

Rund dreihundert Menschen kamen, was angesichts einer Stadt mit ein paar Hunderttausend Einwohnern schon ein bisschen überschaubar wirkt. Aber Qualität geht vor Quantität, und Qualität war reichlich vorhanden. Schließlich kann nicht jeder behaupten, dass internationale Richter im Vorfeld die eigene Akte so gründlich gelesen haben wie diese illustren Trauergäste. Da sitzt man also auf Klappstühlen, nickt würdevoll und vermeidet tunlichst die Frage, ob bei der Beisetzung am Montag nun Floristen oder eher Erdbagger das passende Programm liefern.

Das Schönste an der Inszenierung ist freilich die internationale Reaktion. Brüssel schickt keine Blumen, Brüssel sagt Besuche ab. Die zuständige Erweiterungskommissarin, die eigentlich in der nächsten Woche nach Belgrad wollte, hat sich kurzerhand krankschreiben lassen, und zwar an einer Diagnose, die man in der diplomatischen Fachsprache gerne als akutes Werte-Schwindel-Syndrom führt. Sie habe sich, so darf man vermuten, am Klang der serbischen Hymne verschluckt, die bei solchen Anlässen traditionell auf eine Tonart gestimmt wird, in der sogar ausgemusterte Militärkapellen leise zu wimmern beginnen.

Man könnte natürlich fragen, warum ausgerechnet der Justizminister anwesend ist, also jener Mann, dessen Ressort im Normalfall dafür zuständig ist, dass Verbrecher vor Gericht landen. Aber so ein Ministertitel ist halt relativ, vor allem, wenn die eigene Geschichte eher auf Verteidigung als auf Verfolgung eingestellt ist. Der Mann hat vermutlich eine flammende Rede auf das Rechtsstaatlichkeitsprinzip gehalten und dabei streng in eine Kamera geblickt, die gar nicht eingeschaltet war, weil der zuständige Kameramann aus Pietät lieber das eigene Knie gefilmt hat.

Derweil in Den Haag die Akten langsam verstauben, sucht man in Belgrad noch nach einem passenden Ehrenwächter für das Grab. Im Gespräch sind offenbar pensionierte Generäle, ein paar Trachtenvereine und ein Mann, der behauptet, er habe Mladic 1995 im Urlaub am Meer gesehen und irrtümlich für einen Touristenführer gehalten. Das Grab selbst soll übrigens am Montag mit militärischen Ehren angelegt werden, also mit dem vollen Programm, das man sonst nur Helden vorbehält, die sich im Kampf gegen feindliche Panzer verdient gemacht haben. Dass der Feind in diesem Fall vor allem aus muslimischen Familienvätern und deren Söhnen bestand, die in einem Sommer 1995 in einer kleinen Stadt mit einem unaussprechlichen Namen verschwanden, gehört in Belgrad zur Folklore und wird beim Festakt geflissentlich übergangen.

Was bleibt, ist das übliche Schauspiel: ein Land, das seit 2012 offiziell in die EU möchte, aber zwischendurch immer wieder vergisst, dass Aufnahmekriterien nicht nur auf dem Papier stehen, sondern gelegentlich auch gelebt werden sollen. In Wien nennt man so etwas einen Charakterfehler, in Brüssel eine Verzögerung im Beitrittsverfahren, und in Belgrad nennt man es Tradition. Wenn man Pech hat, steht der zuständige Kommissar im Herbst trotzdem wieder am selben Tisch und hört sich zum hundertsten Mal an, dass die Justiz reformiert werde, und zwar genau dann, wenn gerade keine Gedenkfeier ansteht.

AI
KI-generierter Satire-Beitrag

Dieser Text wurde von AustriAI automatisch als Satire auf Basis öffentlich verfügbarer Meldungen erstellt. Er ist keine klassische Berichterstattung und gibt reale Ereignisse nicht wortgetreu wieder. Mehr erfahren

Satirisch generiert von AustriAI am 05. September 2026, 19:57 Uhr