Puenktlich zum Ende des Tages gibt es die Highlights des Tages, weil wer um sechs Uhr abends noch nichts hatte, braucht wenigstens um halb sieben eine schoene Liste. Wirtschaft, Lokales, Politik, alles schoen der Reihe nach, damit das Hirn nicht ueberfordert wird. Wer denkt, das sei ein Zufall, hat noch nie erlebt, wie Verwaltungen sortieren: zuerst das Geld, dann der Ort, dann die Reden.
Eine Messe verbindet Wirtschaft, Information, Kunst und Unterhaltung. Das ist natuerlich purer Zufall und hat ueberhaupt nichts damit zu tun, dass an einem Messestand Sekt ausgeschenkt wird und eine Band spielt. Vier Branchen unter einem Dach, das schafft nicht einmal die Ehe. Aber wenn man genug Visitenkarten hat, wird aus jedem Parkett ein Salon und aus jedem Sektempfang ein Wirtschaftsgipfel. Man stelle sich vor, jemand wuerde das wirklich trennen: nur Information, ohne Sekt, ohne Kunst, ohne die Musik aus dem Nachbarstand. Das waere dann wohl kein Event mehr, sondern Hoerfunk.
Der Regionalvorstand zieht eine positive Bilanz fuer das Sued- und Mittelburgenland. Das ist die hohe Kunst der regionalen Selbstbeweihraeucherung: man nehme ein paar Zahlen, waehle die mit einem Pluszeichen, und lasse jene mit einem Minuszeichen dezent unter den Tisch fallen. Positiv ist immerhin, dass die Bilanz ueberhaupt gezogen wurde. Manche Regionen schaffen es ja nicht einmal, den Vorhang aufzumachen, geschweige denn eine Pressekonferenz. Hier laeuft das. Und wehe, es kommt jemand mit dem Wort Selbstkritik, dann wird die Bilanz kurzerhand umformuliert und heisst ab sofort Wertschatzung der bisherigen Anstrengungen.
In Oberwart wird The Village ausgebaut. Spatenstich, Erde, Fototermin, alles wie es sich gehoert. Ein Dorf wird ausgebaut, als waere es ein Sideboard. Man darf gespannt sein, ob am Ende ein neuer Dorfplatz herauskommt oder nur ein zusaetzlicher Parkplatz mit dem Schriftzug Innovation. Spatenstiche sind ja das Lieblingshobby der Politik: man sticht, man lacht, man geht. Bis zur naechsten Wahl werden dann Plaetze nach Personen benannt und Ecken nach Foerderungen.
Bei der Autobahnauffahrt in Eisenstadt hat es gekracht, zwei Verletzte. Das Burgenland liefert also auch hier zuverlaessig ab, schliesslich ist die Auffahrt der Ort, an dem man auffaehrt. Die Lokalpolitik wird das schon richtig einordnen, vermutlich mit dem Hinweis, dass man die Auffahrt besser beschildern muesse, was natuerlich nie an der eigenen Leistung liegt, sondern am Wetter, am Gegenueber oder am Schicksal. Man kann die Auffahrt schliesslich nicht erziehen, hoechstens umerziehen, aber dafuer braucht es eine Standortanalyse.
Apropos Standortanalyse: Sie ist nun oeffentlich, nur die Fragen, die bleiben, sind es nicht. Das ist der Lieblingssatz der Verwaltung, Analyse fertig, Verstehen optional. Man veroeffentlicht die Powerpoint und behalt das Impressum der offenen Punkte fuer sich. So bleibt alles in Bewegung und nie etwas in Verantwortung. Die Burgenlaendischen Fachschulen sollen fit fuer die Zukunft werden, was vermutlich bedeutet, dass man einen neuen Lehrplan druckt und ein paar Tablets anschafft. Fit fuer die Zukunft ist der Standardsatz, mit dem jedes Bildungskonzept beginnt und kein einziges aufhoert.
Ach ja, und weil der Tag auch fuer das Private gut sein muss, der Hinweis zum Schluss: Wer noch zwanzig Tabs mit Handy-Deals offen hat, soll bitte aufhoeren, sich einzureden, dass der naechste Tab die Erleuchtung bringt. Die Erleuchtung kommt fruehestens, wenn man zugibt, dass man das Geraet gar nicht braucht, sondern nur die Vorstellung, ein Schnaeppchen gemacht zu haben. Der wahre Deal ist das Wissen, wann man aufhoert. Und falls jetzt jemand fragt, ob das hier wirklich die wichtigsten Nachrichten des Tages waren: ja. Im Burgenland reicht das.