Wirtschaft Satire Tirol

Tiwag denkt jetzt breiter: Mehr Strom für alle, mehr Tal für die Tiwag

Man kann den Leuten in Tirol viel erzählen, über Gletscher, über Schneelage, über die berühmte „Energieautonomie“, die in Aussichten immer größer wird als in der Realität. Aber wenn der oberste Stromherr des Landes verkündet, man wolle „breiter denken“, dann darf man sich kurz die Schuhbänder richten, weil jetzt geht’s los. Breiter denken, das klingt erst einmal nach einem Yoga-Kurs für Manager, ist in Wahrheit aber die behutsame Einleitung zur vollständigen Verschmelzung von Landesenergie und Landeswirklichkeit. Der Konzern, der schon jetzt das Wasser, die Alpen und das Licht am Abendkofel sein Eigen nennt, giert nun auch noch nach dem letzten freien Quadratmeter Talboden, auf dem künftig Windräder, Wärmepumpen und Ladesäulen stehen sollen, möglichst alles gleichzeitig, damit man auch ja keine Synergie verschenkt.

Dass sich der Strombedarf bis in die nächste Dekade ungefähr verdoppelt, ist keine Überraschung, sondern eine jener Gewissheiten, die man sich in Innsbruck gegenseitig zuraunt wie früher der Wetterbericht. Jedes neue E-Auto, jedes zusätzliche Heizstabgerät, jede Wärmepumpe, die ein Bürgermeister sich in den Vorgarten stellt, weil der Bund das fördert und das Land sowieso alles gut findet, was nach Fortschritt riecht, schlägt gnadenlos auf die Bilanz durch. Die Lösung, die jetzt vorgeschlagen wird, ist so tirolerisch wie das Lederhosen-Tragen beim Sponsorempfang: man nehme noch mehr Wasser, noch mehr Wind, noch mehr Boden und vor allem noch mehr Kunden, die brav mitmachen, weil sie ja „Vorteile“ bekommen sollen, also jene kulinarische Wundertüte, die seit Jahrzehnten die Speisekarte der heimischen Energiewirtschaft ziert.

Besonders erbaulich ist die Idee, das Ladenetz dichter zu stricken. Wer schon einmal mit einem E-Auto durch ein Tiroler Dorf gefahren ist und zwischen drei Pensionen, einem Supermarkt und dem Kriegerdenkmal eine Ladesäule sucht, weiß, wie viel Luft nach oben besteht. Künftig soll es also Ladesäulen dort geben, wo man sie braucht, und zwar genau dann, wenn die Tiwag sie braucht, was definitionsgemäß identisch ist. Wer Pech hat, parkt sein Auto vor der Säule und stellt fest, dass der Anschluss nur für ein E-Bike passt, oder dass die Säule zwar steht, aber den Strom ausgerechnet dann abgibt, wenn die Pumpen im Kraftwerk gerade keinen Druck haben. Solche Details sind Kleinkram, denn „breiter denken“ heißt vor allem: wer zahlt, ist mitgemeint.

Unterdessen sitzt die Landespolitik in einer Mischung aus Andacht und Staunen und nickt zu allem, was aus der Konzernspitze kommt, als handle es sich um eine Bergpredigt. Ein neues Kraftwerk? Segensreich. Eine neue Leitung durchs Tal? Lebensnotwendig. Eine zusätzliche Konzerntochter, die Ladestrom vermarktet? Pioniergeist. Dass die Tirolerinnen und Tiroler dabei gleichzeitig das Wasser bezahlen, das im Stausee verschwindet, die Landschaft, die unter einer Piste verschwindet, und den Strom, der unter der Erde in eine Großstadt verschwindet, wird als ausgewogener Deal verkauft, etwa so ausgewogen wie ein Schaf, das auf drei Hochzeiten tanzt. Die Beruhigungspille heißt „Versorgungssicherheit“, ein Wort, das in Innsbruck fast magische Kräfte hat und jede Kostenrechnung in eine Wohltat verwandelt.

Am Ende wird man dem Konzern keinen Vorwurf machen, im Gegenteil, er ist genau das, was ein Landesenergieversorger in einem Land mit Lust auf Selbstversorgung und einer Regierung mit Lust auf Selbstinszenierung sein muss: ein feucht-fröhlicher Allesbediener, der das Tal als Werkstatt betrachtet und die Bevölkerung als dankbare Materie. Bald wird jeder Bach eine Tiwag-Bach, jeder Berg ein Tiwag-Berg und jeder Hof ein Tiwag-Hof mit integrierter Wärmepumpe, Wallbox und kleinem Windrad im Vorgarten, das nur bei Föhn läuft und ansonsten als Kunstinstallation dient. So sieht die große grüne Zukunft aus, wenn man sie wirklich breit genug denkt.

AI
KI-generierter Satire-Beitrag

Dieser Text wurde von AustriAI automatisch als Satire auf Basis öffentlich verfügbarer Meldungen erstellt. Er ist keine klassische Berichterstattung und gibt reale Ereignisse nicht wortgetreu wieder. Mehr erfahren

Satirisch generiert von AustriAI am 05. September 2026, 07:00 Uhr