Politik Satire

Vier Stunden ohne Pause, aber mit Dachs im Foyer

Kurzinfos auf einen Blick

  • Satirische Überzeichnung des österreichischen Kulturbetriebs, der auch klingellose Aufführungen als „Avantgarde“ verklärt
  • Spöttische Auseinandersetzung mit der Verständlichkeit von Jelineks Texten und deren Werkdauer von 216 Seiten bzw. vier Stunden ohne Pause
  • Karikatur des Regisseurs, der durch absurde Tier-Einlagen (Dachs im Foyer, echter Hund, Stoffhasen) von der Textleere ablenkt
  • Running Gag der „stoischen Würde“ des Wiener Premierenpublikums in Reihe drei, das selbst Tierkostüme über die Köpfe hinweg erduldet
  • Kritik an der Selbstreferenzialität des Burgtheaters und der ungeschriebenen Regel, dass fehlender Publikumserfolg als künstlerische Tugend umgedeutet wird

Es gibt in diesem Land eine ungeschriebene Regel: Wenn die Kasse klingelt, ist alles Kunst, und wenn nichts klingelt, ist es wenigstens Avantgarde. Im konkreten Fall klingelte weder das eine noch das andere, dafür ein Xylophon, eine E-Gitarre und offenbar auch ein paar PETA-Aktivistinnen im Schweinlook, was die Sache aber nur am Rande erklärt. Erklärt wird im Burgtheater ohnehin nichts, denn das Stück heißt zwar Unter Tieren, verhandelt aber, soweit man das nach vier Stunden ohne Pause noch beurteilen kann, weder Tiere noch Unter als räumliche Kategorie, sondern vor allem die Großzügigkeit des Publikums, überhaupt dageblieben zu sein.

Die Autorin, die einmal einen Preis bekommen hat, der so schwer wiegt, dass man damit schlecht durch den Türrahmen kommt, hat sich diesmal hingesetzt und 216 Seiten vollgeschrieben. Auf 110 davon hat sie dann einen Theatersaal losgelassen, der fortan versuchte, aus Wortketten wie „SCHULDNerberatung öffnet ihren SCHLUND, das GRAS, WIES wächst“ schlau zu werden. Wer dabei an Faust dachte, lag richtig, wer an die eigene Steuererklärung dachte, lag falsch, aber immerhin beschäftigt. Wer an Marx dachte, lag ebenfalls richtig, was den Beweis erbringt, dass man gleichzeitig links und schlecht sein kann.

Der Regisseur, dem man nachsagt, dass er Texte rettet, hat diesmal weniger den Text gerettet als die Zuschauer vor ihm. Er ließ Stoffhasen ins Parkett pfeffern, einen echten Hund auftauchen, einen Dachs im Foyer sein wahres Ich finden, und Schauspielerinnen in Tierkostümen über die Köpfe der Damen in Reihe drei robben, was diese mit der stoischen Würde nahmen, die man hier traditionell für Premieren reserviert. Eine Figur legte eine Jelinek-fremde Kadenz an, was bedeutete, dass sie plötzlich klang wie Helge Schneider, also wie ein Mann, der einem Muffin erklärt, dass er eigentlich ein Eisbär sei, und das Publikum verstand das nicht, lachte aber artig, weil das in Österreich so üblich ist, wenn man den Witz verpasst hat.

Irgendwann trugen Herren mit Masken, die entfernt an einen gewissen Herrn Benko erinnerten, also an jemand, der einmal sehr viel Geld hatte und jetzt sehr viele Anwälte, Requisiten von der Bühne, riefen „Entschuldigung, das gehört meiner Mutter“, und das Publikum lachte wieder, weil endlich einmal etwas Konkretes auf der Bühne passierte, das man beim Finanzamt hätte melden können. Schweine rappen für PETA, ein virtueller Herr Thiel wurde erwähnt, was die Aktualität des Abends bewies, und Caroline Peters hoppelte als Hase zur Hochform auf, was bei einer Elfriede Jelinek gleichzeitig der höchste und der niedrigste Punkt des Abends war.

Vier Stunden. Ohne Pause. Man stelle sich das vor, man stelle sich das in einer Stadt vor, in der die längste Sitzung die eines Wirtshausstammtisches ist, und auch nur, wenn der Wirt mit dem Bier zu lange braucht. Aber es gab keine Pause, weil man Pause inzwischen als bürgerliches Konzept versteht, und nichts ist hier bürgerlich, außer den Abendpauschalen im Foyer, wo sich der Dachs offenbar eine genehmigte.

Der wahre Skandal ist ohnehin ein anderer: Dass am Ende alle klatschten. Weil die Schauspieler so brav agierten, weil der Regisseur so brav moderierte, weil das Publikum so brav blieb, und weil es in Österreich niemals um Inhalte geht, sondern darum, dass man überhaupt hingeht, hingehen kann und danach wieder erzählen kann, man sei dort gewesen. Die Wirtschaft hat das Stück nicht verstanden, die Tiere haben es nicht verstanden, die Zuschauer haben es nicht verstanden, und die Autorin sagt das selbst, also ist im Grunde alles in Ordnung, und das ist die einzige ökonomische Wahrheit, die dieser Abend hervorgebracht hat.

Häufige Fragen

Ist diese Theaterkritik ernst gemeint?

Nein, der Text ist als Satire klar gekennzeichnet. Es handelt sich um eine überzeichnete Persiflage auf typische Premierenberichte aus Wien und den Kulturbetrieb rund um das Burgtheater.

Auf welches Stück und welche Autorin wird angespielt?

Die Satire bezieht sich auf Elfriede Jelineks Stück „Unter Tiere“ und eine Inszenierung am Wiener Burgtheater. Personen, Preise und Textfragmente werden satirisch zugespitzt, sind aber nicht wörtlich zu nehmen.

AI
KI-generierter Satire-Beitrag

Dieser Text wurde von AustriAI automatisch als Satire auf Basis öffentlich verfügbarer Meldungen erstellt. Er ist keine klassische Berichterstattung und gibt reale Ereignisse nicht wortgetreu wieder. Mehr erfahren

Satirisch generiert von AustriAI am 05. September 2026, 14:09 Uhr