Chronik Satire Kärnten

Weißbriach schreibt Weltgeschichte: Mann atmet einmal und ist Superheld

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in Weißbriach beim Frühschoppen, bestellen Ihr zweites Bier, weil das erste ohne Frühstück schon gut sitzt, und während Sie noch überlegen, ob Sie die Brettljause dazu nehmen, steht am Nachbartisch ein Mann auf und sagt: So fühlt sich das also an, 106 Meter unter dem Meer. Er sagt das ganz trocken, mit der Ruhe eines Mannes, der seinen Körper seit dreißig Jahren als Heerestaucher missbraucht und das offenbar auch weiterhin tun wird.

Der Gitschtaler Eugen Göttling hat bei einer Weltmeisterschaft im Apnoetauchen, was soviel heißt wie Tauchen mit jenem Atemzug, den Sie gerade beim Lesen dieses Satzes verbrauchen, einen Rekord aufgestellt. Free Immersion heißt die Disziplin, was ungefähr so klingt wie eine besonders strenge Variante von Work-Life-Balance, nur ohne Auftauchen ins Private. Am Seil nach unten, am Seil nach oben, dazwischen der Rausch, der laut seinem stolzen Besitzer einem Damenspitz gleicht. Man darf sich also die Frage stellen, was in Weißbriach und Umgebung als Damenspitz durchgeht, wenn die gehobene Mitte des Lebens daraus schon einen Weltrekord destilliert.

Das Beste an der Sache ist natürlich die Professionalität, mit der das Ganze abläuft. Acht Monate Training, damit man am Tag X dreißig Sekunden lang atemlos durchs Wasser gleiten darf, als wäre man ein besonders ambitionierter U-Boot-Tourist. Man meldet am Vorabend die Wunschtiefe, das ist ungefähr so, als würde man im Wirtshaus die Bestellung für den nächsten Tag aufgeben, nur dass das Essen hier aus dem eigenen Blutvolumen kommt, das sich in Richtung Lunge und Gehirn verlagert. In etwa hundert Metern Tiefe lasten elf Bar auf einem herum. Elf Bar. Das ist ungefähr der Druck, der entsteht, wenn man gleichzeitig beim Finanzamt, beim Chef und beim Vereinsvorstand um eine Förderung ansucht.

Dann melden sich die guten Geister, also die Stimmen, die einen sanft darauf hinweisen, dass man vielleicht doch lieber aufhören sollte, weil der Körper gerade dabei ist, sich in eine Art menschliches Vakuum verwandeln zu lassen. Wer das ignoriert, wird mit einem kurzen Superheldengefühl belohnt, das in etwa so lang anhält wie die Karenzzeit eines Wahlversprechens. Danach beginnt der Aufstieg, der im Gegensatz zum Hinuntergehen nicht als Damenspitz beschrieben wird, sondern vermutlich eher dem Stau auf der Südautobahn gleicht, nur ohne Klimaanlage und mit schlechterer Aussicht.

Dass der Mann obendrein kein Berufssportler ist, sondern voll berufstätig und das Ganze mit rund zwanzigtausend Euro aus eigener Tasche finanziert, von denen lächerliche sechstausend durch Förderungen abgedeckt werden, gibt der Geschichte erst den richtigen Beigeschmack. In Wien reden sie über die Finanzierung der staatlichen Pensionen, in Weißbriach finanziert ein Heerestaucher seinen Heldenmut aus dem Gehalt, weil Sponsoring im Kärntner Untergeschoss offenbar noch nicht angekommen ist. Die Tiefenrausch-Industrie ist halt ein zartes Pflänzchen, das man nicht mit der Gießkanne der Förderpolitik begießen möchte.

Was bleibt, ist die Aussicht auf hundertzwanzig Meter. Die hat er sich nämlich auch schon vorgenommen, der Herr Weltrekordler, ganz bescheiden, ganz zurückhaltend, mit der Understatement-Miene eines Mannes, der weiß, dass die Provinzgröße nur dann Bestand hat, wenn man regelmäßig nachlegt. In Weißbriach wird man sich also in Zukunft nicht mehr damit begnügen, die höchste Schinkenjause des Tales zu küren, sondern künftig auch die tiefste Eigenatmung. Man darf gespannt sein, wer beim nächsten Frühschoppen behauptet, der Damenspitz sei ihm lieber als der Weltrekord.

AI
KI-generierter Satire-Beitrag

Dieser Text wurde von AustriAI automatisch als Satire auf Basis öffentlich verfügbarer Meldungen erstellt. Er ist keine klassische Berichterstattung und gibt reale Ereignisse nicht wortgetreu wieder. Mehr erfahren

Satirisch generiert von AustriAI am 03. September 2026, 18:30 Uhr