Chronik Satire Vorarlberg

Wendepunkte im Aktenkoffer: Ein Dornbirner erobert die Lüfte im dritten Anlauf

Es gibt Menschen, die haben ihren Lebenslauf bereits im Mutterleib sortiert, und es gibt jene, die bekommen ihn erst beim dritten Klick auf der Bewerbungsplattform ausgehändigt. Unser Held gehört klar zur zweiten Sorte, und das ist auch gut so, denn wer schafft schon einen Wendepunkt, wenn der erste Punkt noch gar nicht stattgefunden hat. Aufgewachsen in Dornbirn, wo die Berge zwar hoch sind, die Erwartungen aber noch höher liegen, wurde er von seinen Pädagoginnen und Pädagogen offenbar so konsequent unterschätzt, dass diese Unterschätzung inzwischen ein eigenes Fach im Lehrplan sein könnte. Man stelle sich vor: Ein Fach namens Schüler, den man nie ganz zu Ende denkt.

Dass die Schule manchmal nicht der richtige Abflughafen ist, weiß in Vorarlberg jeder, der schon einmal versucht hat, eine Stunde früher in den Bus zu steigen. Wer den Bus verpasst, läuft halt hinterher, und wer die Schule verpasst, der schreibt sich eben danach neu ein. So gesehen war die Berufswahl nichts anderes als eine dauernde Umsteigeverbindung mit drei Anschlüssen, von denen einer ständig verspätet war, was wiederum beweist, dass die SBB und die Bahn AG bei Weitem nicht die einzigen Firmen sind, die mit Anschlüssen überfordert sind.

Der erste Wendepunkt wird, wie das bei Wendepunkten üblich ist, erst im Nachhinein als solcher erkannt, am besten von Personen, die damals noch gar nicht zugeschaut haben. Ähnlich verhält es sich mit Fotos am Buffet: Im Moment des Anstupsens denkt man noch nicht an Instagram, sondern an die Mayonnaise. Unser Held allerdings hat die Mayonnaise gleich mitgedacht, denn wer in die Luftfahrt will, muss früh lernen, dass Dinge manchmal einfach liegen bleiben, bis jemand kommt und sie aufhebt.

Beim zweiten Wendepunkt kam dann, wie sollte es anders sein, ein Erwachsener ins Spiel, vermutlich ein Elternteil, möglicherweise auch ein Erziehungsberechtigter mit der Lizenz zum Satz, vermutlich von der Sorte, die bei jeder Berufswahl reflexartig fragt, ob man damit später auch wirklich etwas Ordentliches werden könne, also etwas mit Zahnrad, mit Aktenmappe oder wenigstens mit Klimaanlage. Lufthansa klingt für solche Menschen verdächtig nach Fantasy, was beweist, dass Elternberatung und Fantasy in Österreich historisch eng verflochten sind, spätestens seit der Nachkriegszeit, in der viele Väter noch glaubten, Busfahrer sei ein Beruf für Leute ohne Matura.

Der dritte Wendepunkt ist dann jener, an dem die Geschichte endlich abhebt, und zwar genau in dem Moment, in dem man aufhört zu fragen, ob man abheben darf. Wer jemals am Schalter einer Behörde stand und mit der freundlichen Auskunft bedient wurde, der oder die möge sich nun vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn eine Fluglinie auf einmal Ja sagt, obwohl man davor zweiundzwanzig Mal Nein gehört hat. Es ist, als würde die Ampel gleichzeitig auf Grün und auf Verzögerung schalten, nur dass am Ende tatsächlich jemand kommt und das Gepäck annimmt.

Am Ende bleibt die beruhigende Erkenntnis, dass die größte Karriere der Welt immer dann beginnt, wenn das Zeugnis endlich in einer Schublade verschwindet, in der es ohnehin niemand mehr lesen möchte. Wer beim dritten Wendepunkt immer noch glaubt, dass Lehrerinnen und Lehrer die alleinige Hoheit über die Zukunft haben, der hat vermutlich auch noch nie versucht, beim falschen Schalter den richtigen Stempel zu bekommen. In Vorarlberg nennt man das schlicht Ausdauer, in Wien würde man sagen Der hat halt Glück gehabt, und in der Luftfahrt sagt man schlicht Boarding abgeschlossen, weil das Gepäck ohnehin längst oben ist.

AI
KI-generierter Satire-Beitrag

Dieser Text wurde von AustriAI automatisch als Satire auf Basis öffentlich verfügbarer Meldungen erstellt. Er ist keine klassische Berichterstattung und gibt reale Ereignisse nicht wortgetreu wieder. Mehr erfahren

Satirisch generiert von AustriAI am 07. September 2026, 16:49 Uhr