Chronik Satire Niederösterreich

Wurst, Wein und Wallungen: Perchtoldsdorfer Wassmuth-Runde feiert das Altern wie einen Staatsakt

Man stelle sich vor: Zwei Männer werden älter. Klingt banal, ist es auch. Trotzdem muss man dafür eine halbe Kompanie mobilisieren, einen Heurigen anmieten, einen Pfarrer einfliegen und das Geschehen anschließend in einer Art und Weise protokollieren, wie es sonst nur Staatsbesuchen oder außerordentlichen Hauptversammlungen der Kärntner Keglerbruderschaft zuteilwird.

Die Perchtoldsdorfer Wassmuth-Runde, deren Name allein schon nach nassen Hosen und nassen Füßen klingt, traf sich also beim Heurigen Franz Wurth in der Walzengasse. Achtzehn Mitglieder. Das entspricht in etwa der Anzahl an Personen, die in einem mittelgroßen Wiener Bezirk beim ersten lauen Lüftchen die Jacke ausziehen. Achtzehn Leute, die offenbar dringend einen Vorwand brauchen, um unter Leute zu gehen, weshalb man einfach das Ältestenproblem kurzerhand zur Festveranstaltung umdeklarierte.

Geehrt wurden Helmut Schuster und Erich Lust, also zwei Männer, die vermutlich so heißen, wie sie aussehen, und die das Alter erreicht haben, in dem Schnitzel nicht mehr genossen, sondern verdient werden müssen. Man feierte sie. Wofür genau, blieb offen. Fürs Älterwerden? Dafür kann man wenig. Gegen das Älterwerden auch nicht. Es bleibt also nur das Feiern als Selbstzweck, und das beherrschen die Österreicher ja bekanntlich auf einem level, das an religiöse Inbrunst grenzt.

Pfarrer Richard Kager wurde eigens aus der geistlichen Reserve geholt, vermutlich weil ein Geburtstagsfest ohne kirchliche Weihe inzwischen als unvollständig gilt. Der Herr Pfarrer, seines Zeichens Ehrenmitglied der Runde, was im Klartext heißt: jemand, der auch mitfeiern darf, ohne Mitgliedsbeitrag zu zahlen, sprach das Essensgebet. Bei Schnitzel und Salat. Man darf sich kurz vorstellen, wie der Allmächtige dort oben diese spezielle Eingabe priorisiert: Zwischen Kriegen, Hungersnöten und der Frage, ob man Lotto spielen soll, ploppt die Nachricht auf, dass achtzehn Senioren in Perchtoldsdorf mariniertes Fleisch verzehren. Man darf annehmen, die himmlische Antwort lautete schlicht: Amen, und weiter im Programm.

Was diese Runde eigentlich ist, weiß niemand so genau. Irgendeine Art von gesellschaftlichem Zusammenschluss, vermutlich mit Statuten, die irgendwo in einer Plastikmappe vergilben. Wassmuth-Runde klingt ein bisschen nach einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit unkontrollierten Blasen, was bei achtzehn Mitwirkenden ab einem gewissen Alter statistisch betrachtet ohnehin kein ungewöhnlicher Befrag wäre. Vielleicht ist es ein Stammtisch. Vielleicht eine philosophische Schule. Vielleicht einfach ein synchronisiertes Senioren-Schnitzel-Verwertungsprogramm mit geistlichem Segen.

Geburtstage feiern gehört in Österreich zum Grundrecht wie der Sonntagsbraten und das Jammern über die Wiener Linien. Man nehme ein Lokal, bestelle das Teuerste, was die Speisekarte hergibt, klopfe dem Jubilar jovial auf die Schulter, wodurch dieser sich drei Tage später noch beim Orthopäden meldet, und fertig ist die Festlichkeit. Dass hierfür ein Pfarrer anrückt, zeigt eindrucksvoll, dass die Vermischung von Religion und Wirtshauskultur in Österreich noch immer so betriebsam ist wie eh und je. Wo anders auf der Welt käme ein Geistlicher zu einem Schnitzelessen und würde nicht einmal danach gefragt, ob er Apfelstrudel möchte.

Was bleibt, ist das Bild einer kleinen niederösterreichischen Gemeinde, die das Altern zelebriert, als handle es sich um eine olympische Disziplin. Achtzehn Leute, zwei Jubilare, ein Pfarrer, ein Heuriger, Schnitzel. Der Kreis des Lebens, österreichisch eingedeckt, mit Sauce und ohne Ironie, wobei die Ironie an diesem Abend eindeutig aufseiten des Schreibers dieser Zeilen lag. Die Runde wird vermutlich nächsten Monat wieder zusammentreten, denn irgendein Grund findet sich in Pensionistenkreisen immer, und sei es nur, dass jemand eine neue Brille hat.

AI
KI-generierter Satire-Beitrag

Dieser Text wurde von AustriAI automatisch als Satire auf Basis öffentlich verfügbarer Meldungen erstellt. Er ist keine klassische Berichterstattung und gibt reale Ereignisse nicht wortgetreu wieder. Mehr erfahren

Satirisch generiert von AustriAI am 05. September 2026, 15:00 Uhr