99 Jahre Theatervieh, und Wien begreift es mal wieder nicht
Eine niederösterreichische Schauspielerin verlässt das irdische Premierenpublikum, und die Republik tut so, als hätte sie erst jetzt vom Tod erfahren.
Kulturleben, Festspiele, Medien, Royals, Promis, Museum
Eine niederösterreichische Schauspielerin verlässt das irdische Premierenpublikum, und die Republik tut so, als hätte sie erst jetzt vom Tod erfahren.
Ein niederösterreichischer Bürgermeister lud zum dritten Mal zum Nachtwächter-Event ins Stadtzentrum, und knapp zweihundert Personen standen brav mit Glühwein in der Gegend und lauschten den G'schichteln.
Ariana Grande macht dicht, Lena Meyer-Landrut ist seit Jahren verschollen, und Max Giesinger will ein Jahr lang rumreisen.
Wenn in Tirol uraltes Mauerwerk plötzlich zur Nebelwand taugt und edle Damen in Rüstung durch die Menge gleiten, ist klar: Man hat wieder einmal ein Stück Geschichte für ein Wochenendvergnügen umfunktioniert.
Drei Tage, drei Mottos, eine Feuerwehr: In Mürzhofen steigt das nächste Kapitel der steirischen Festspielkultur, bei dem Schlagermallorca auf Brauchtumstreue und ein paar Feuerwehrmänner auf Bezirkssport trifft.
Eine Blasmusikkapelle erklärt die örtliche Mehrzweckhalle kurzerhand zur letzten Bastion gegen die Sommerlethargie. Die Dorföffentlichkeit reagiert mit Standing Ovations, die selbst der Bürgermeister nicht kommen sah.
Was als Freiluftveranstaltung mit Popcorn und Klappstuhl begann, endet in einer kommunalen Gefühlsdebatte über die Unsterblichkeit des heimischen Kinos.
Der österreichische Quiz-Verband schlägt wieder einmal zu. Achtzig Fragen, pünktlich wie der Pensionsbescheid und ähnlich unvermeidlich.
Ein Musikveranstalter wirft die Band Alphaville raus, weil ihr Sänger gegen Rechts und für Demokratie ist, und merkt dann, dass er sich gerade selbst blamiert hat.
Wien erfindet diese Woche nicht weniger als drei neue Plattformen für Kunst, während Linz einmal mehr verkündet, die Zukunft gefunden zu haben.
Brüssel ersetzt das altbackene Wort „Gewohnheit" durch „Habitualisierung" und verspricht sich davon mehr Dynamik, weniger Aufwand und einen globalen Anschluss.
Drei Sendungen am Freitagabend versprechen Hochkultur, Krieg und kaputte Brücken, und das österreichische Publikum darf wieder einmal raten, warum ausgerechnet diese Mischung als ausgewogen gilt.